Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Hasen, Würstchen und Knödelwurfer
Gernot GertzWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Hasen, Würstchen und Knödelwurfer
Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch Entwürfe ersetzt, die von der lokalen Kultur inspiriert sind. Von Nürnbergs berühmten Hasen bis zum beliebten Würstchenverkäufer in Hof – die Änderungen sollen die regionale Identität feiern. Doch nicht alle unterstützen diesen Schritt: Behörden äußern Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Einheitlichkeit.
Nürnberg machte den Anfang und installierte im Februar 2026 eine Fußgängerampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen" – anlässlich des 525. Geburtstags des Künstlers. Die Ampel steht in der Äußeren Laufer Gasse. Anders als andere Städte holte Nürnberg keine vorherige Genehmigung der Landesregierung ein. Oberbürgermeister Marcus König argumentierte, dass die Haftung bei Unfällen bei den Verkehrsteilnehmern liege, nicht beim Ampeldesign.
Hofs Plan für einen "Wärschtlamo" – einen typischen lokalen Würstchenverkäufer – wurde zunächst aus Verkehrssicherheitsgründen abgelehnt. Nach einer Überarbeitung erhielt die Stadt jedoch die Zustimmung, und die thematische Ampel soll bald in Betrieb gehen. Unterdessen zeigt Deggendorf eine Frau, die Knödel wirft – ein Verweis auf die kulinarischen Traditionen der Region.
Auch andere Städte sind dem Trend gefolgt. München verfügt mittlerweile über drei "Pumuckl"-Ampeln, während Straubing den "Bruder Straubinger" – eine lokale Volksfigur – abbildet. In Dachau tragen die Ampelfiguren traditionelle bayerische "Tracht", und Augsburgs "Kasperl"-Design erforderte eine Sondergenehmigung der schwäbischen Landesregierung. Aufgrund der positiven Resonanz plant Dachau weitere thematische Ampeln – jede Schablone kostet 300 Euro zuzüglich Designgebühren.
Das bayerische Innenministerium lehnt individuelle Ampelgestaltungen weiterhin ab. Behörden betonen, dass standardisierte Designs Klarheit und Sicherheit gewährleisten, und warnen, dass kreative Abweichungen Fußgänger und Autofahrer verwirren könnten.
Der Wechsel zu kulturell geprägten Ampeln spiegelt einen wachsenden Trend in der bayerischen Stadtgestaltung wider. Während Städte wie Nürnberg und Dachau mit lokalen Symbolen voranschreiten, pochen Aufsichtsbehörden auf einheitliche, leicht erkennbare Signale. Die Debatte über Sicherheit und Tradition wird voraussichtlich anhalten, da weitere Gemeinden ähnliche Änderungen in Erwägung ziehen.






