23 May 2026, 06:16

Bonns umstrittenes Kamerasystem in Sporthallen bleibt vorerst ausgeschaltet

Kamerabeobachtung in Bonner Sporthallen für bessere Nutzung

Bonns umstrittenes Kamerasystem in Sporthallen bleibt vorerst ausgeschaltet

Bonn testet neues Kamerasystem in Sporthallen – Datenschutzbedenken bremsen Projekt aus

In zwei Bonner Sporthallen hat die Stadt ein neues Kamerasystem installiert, um die Nutzungszeiten zu erfassen. Die Technik wurde am 14. Oktober 2025 in Betrieb genommen, doch Kritik lokaler Vereine bringt das Vorhaben nun in die Diskussion. Zwar sollen die Kameras lediglich die Auslastung überwachen, doch sie haben eine Debatte über Privatsphäre und Sicherheit ausgelöst.

Die Geräte arbeiten mit einer extrem niedrigen Auflösung von 160 x 90 Pixeln und zeichnen weder Bilder noch Videos auf. Stattdessen analysiert eine KI die Signale, um zu zählen, wie viele Sportlerinnen und Sportler anwesend sind und wann die Hallen leer stehen. Die Stadt betont, dass keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert werden. Sowohl die Rechtsabteilung als auch der Datenschutzbeauftragte haben das Pilotprojekt abgesegnet.

Bisher wurde das System nur in der Beueler Sporthalle eingebaut, bleibt dort aber vorerst abgeschaltet, während die Gespräche laufen. Der betroffene Verein Rot-Weiß Bonn Röttgen hat seine Mitglieder bereits über die Überwachung informiert. Vereinsvertreter äußern Skepsis und verweisen auf mögliche Sicherheitsrisiken.

Um Bedenken auszuräumen, will die Stadt allen Vereinen ein Informationsschreiben zukommen lassen, in dem die Funktionsweise der Kameras erläutert wird. Explizit sind die Geräte so programmiert, dass sie während des Trainings oder bei Wettkämpfen keine Aufnahmen von Sportlern machen. Trotz dieser Zusagen schließt die Stadt einen Rechtsstreit mit Rot-Weiß Röttgen nicht aus.

Ziel des Pilotprojekts ist es, die Nutzung der Sporthallen durch Echtzeit-Erfassung der Auslastung zu optimieren. Bis auf Weiteres bleiben die Kameras jedoch ausgeschaltet, während die Verhandlungen zwischen Stadt und Vereinen andauern. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das System dauerhaft in Bonner Sportstätten eingesetzt wird.

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