26 June 2026, 22:16

Brasilien versteigert 172 Öl- und Gasblöcke – trotz Klimazielen und Protesten

Brasilien wegen angeblicher Klimahypokrisie beschuldigt, als Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert werden

Brasilien versteigert 172 Öl- und Gasblöcke – trotz Klimazielen und Protesten

Am 17. Juni 2025 veranstaltete Brasilien eine große Versteigerung von fossilen Brennstoffen, bei der 172 Erdöl- und Erdgasblöcke zur Erschließung angeboten wurden. Zu den angebotenen Flächen gehörten 68 Blöcke im Amazonasgebiet, darunter 19 Konzessionen an der Mündung des Amazonas, die über 16.000 km² Meeresgebiet umfassen. Der Schritt löste Kritik von Umwelt- und Rechtsorganisationen aus.

Die Versteigerung wurde von der Nationalen Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) organisiert. Internationale Konzerne wie Chevron, ExxonMobil, die chinesische CNPC sowie der staatliche Ölmulti Petrobras sicherten sich die Rechte an mehreren Blöcken.

Vor der Vergabe der Konzessionen wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentbecken (AAAS) durchgeführt. Zudem unterblieb die Einholung der freien, vorherigen und informierten Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften, was gegen die ILO-Konvention 169 verstößt.

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Als Reaktion reichte die Bundesanwaltschaft Brasiliens einen Antrag auf einstweilige Verfügung ein, um die Versteigerung zu stoppen. Rechtsexperten argumentierten, dass das Fehlen angemessener Umweltstudien und verfahrensrechtlicher Mängel gegen verfassungsmäßige und internationale Verpflichtungen des Landes verstoßen könnte.

Zivilgesellschaftliche Gruppen wiesen auf den Widerspruch zwischen der Versteigerung und den Klimazielen Brasiliens hin. Sie betonten, dass die Aktion die Rolle des Landes als Gastgeber der COP30 untergräbt, die noch in diesem Jahr in Belém stattfinden soll. Befürworter verwiesen zudem darauf, dass Brasiliens reichhaltige Wind-, Solar- und Wasserkraftressourcen einen klareren Weg zu erneuerbaren Energien bieten.

Die Versteigerung hat Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Umwelt- und Rechtsvorschriften aufgeworfen. Ihre Fortsetzung trotz der Einwände könnte sich auf Brasiliens Position in den globalen Klimaverhandlungen auswirken. Über den Antrag auf einstweilige Verfügung wurde noch nicht entschieden.

Quelle