29 April 2026, 05:04

Bundesmittel-Stopp gefährdet Antidiskriminierungsarbeit an deutschen Schulen

Weißer Hintergrund mit einem schwarzen Schild, auf dem "Stoppt Rassismus jetzt" in fetter Schrift steht.

Bundesmittel-Stopp gefährdet Antidiskriminierungsarbeit an deutschen Schulen

Kürzungen bei Bundesmitteln gefährden Antidiskriminierungs- und Demokratieprojekte an deutschen Schulen

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Durch die Streichung von Bundesfördergeldern drohen an deutschen Schulen zahlreiche Projekte zur Antidiskriminierung und demokratischen Bildung wegzubrechen. Über 200 Initiativen und Nichtregierungsorganisationen – darunter wichtige Partner des Netzwerks "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" – verlieren bis Jahresende ihre finanzielle Unterstützung. Lehrkräfte stehen zunehmend vor der Frage, wie sie heikle Themen im Unterricht behandeln sollen, ohne ihre politische Neutralität zu gefährden.

Besonders hart treffen die Kürzungen Schulen in Ostdeutschland, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte stark ist und ländliche Regionen ohnehin mit knappen Ressourcen kämpfen. Kritiker wie Maike Finnern von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Nora Oehmichen von "Teachers for Future" werfen Bildungsministerin Karin Prien vor, die Folgen der Haushaltskürzungen massiv unterschätzt zu haben.

Am Kölner Genoveva-Gymnasium, wo rund 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben, koordiniert Geschichtslehrer Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Gemeinsam mit Organisationen wie "180 Grad Wende" und "Transaidency" organisiert er Workshops zu Antirassismus, Extremismusprävention und der Bekämpfung von Antisemitismus. Bjerke warnt, dass der Wegfall dieser Partner die demokratische Bildungsarbeit an seiner Schule erheblich erschweren werde.

Betroffen von den Kürzungen sind auch Projekte, die queere Jugendliche unterstützen, rassistische und ethnische Diskriminierung bekämpfen oder demokratische Werte fördern. Als Reaktion hat sich ein Bündnis von Organisationen mit der Petition "Schulen stellen sich quer" formiert, um Lehrkräften mehr Instrumente im Kampf gegen Diskriminierung und Hass an die Hand zu geben.

Ohne Bundesförderung müssen Schulen nun nach alternativen Wegen suchen, um Antidiskriminierungs- und Demokratieprojekte zu finanzieren. Der Verlust externer Partner entzieht Lehrkräften wie Bjerke wichtige Ressourcen, um Rassismus, Extremismus und Ungleichheit im Klassenzimmer zu thematisieren. Die Petition "Schulen stellen sich quer" bleibt eine der letzten Möglichkeiten für Pädagog:innen, gegen die Kürzungen zu protestieren.

Quelle