Dagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt in deutschen TV-Musikshows
Elsa SteyDagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt in deutschen TV-Musikshows
Dagmar Frederic, Schlager-Ikone mit über sechs Jahrzehnten Bühnenerfahrung, kritisiert die mangelnde Vielfalt in deutschen TV-Musikshows. Sie wirft den Sendern vor, immer wieder dieselben Stars zu präsentieren, während andere Künstler kaum eine Chance auf Sichtbarkeit hätten. Ihre Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Formate wie Das große Promibacken, Let's Dance oder Schlagerchampions mit bekannten Gesichtern weiterhin hohe Einschaltquoten erzielen.
Frederic, die noch immer bis zu 60 Mal im Jahr auf der Bühne steht, verwies darauf, dass Künstler wie Helene Fischer, Andy Borg oder Howard Carpendale die Playlists und Sendungen dominieren. Ihres Erachtens setzen TV-Produzenten zu stark auf eine kleine Riege etablierter Namen – auf Kosten von Newcomern oder weniger prominenten Acts.
Die 80-jährige Sängerin betonte, dass sie Moderatoren wie Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella keinen Vorwurf mache. Die Auswahl der Gäste liege schließlich bei den Redaktionen, nicht bei den Presentern selbst. Trotz ihrer langen Karriere wurde sie selbst nie in Shows von Silbereisen oder Andrea Kiewel eingeladen.
Ihre Kritik spiegelt ein strukturelles Problem des deutschen Schlagers im Fernsehen wider: Ein kleiner Kreis von Namen taucht immer wieder auf. Sendungen wie Schlagerchampions – Das große Fest der Besten (ZDF) bestätigen diesen Trend mit regelmäßig hohen Quoten.
Frederics Worte lenken den Blick auf die Herausforderungen, vor denen Schlagerkünstler außerhalb der etablierten Elite stehen. Mit ihrem nach wie vor aktiven Tourplan verkörpert sie eine Generation von Künstlern, die vom Mainstream-Fernsehen oft übergangen wird. Die Debatte wirft Fragen auf: Nach welchen Kriterien werden die Gästelisten in Unterhaltungsshows zusammengestellt – und könnte das Format künftig mehr Raum für breitere Talente bieten?






