14 April 2026, 20:19

Doppelschlag in der Medienbranche: Zwei Großhändler in der Insolvenzfalle

Ein zweistöckiges Gebäude mit einer Schaufensterfront, die ein rotes Vordach trägt, auf dem 'Libreria del Espolon' steht und ordentlich aufgereihte Bücher im Inneren zeigt.

Doppelschlag in der Medienbranche: Zwei Großhändler in der Insolvenzfalle

Zwei große deutsche Medienhändler innerhalb weniger Wochen kollabiert

Die A. Stein'sche Buchhandlung, ein Buchhändler mit 80 Mitarbeitenden, meldete am 17. September Insolvenz an. Kurz darauf folgte Anfang Oktober die Mediengruppe Stein – der zweitgrößte Fachmedienhändler des Landes – und riss dabei 18 Tochterunternehmen mit in die Pleite.

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Die Mediengruppe Stein war in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Das Unternehmen hatte Firmen wie Solon, IMS, LSL, Frohberg und Delbanco übernommen. Doch die Integration gestaltete sich schwierig: Die unterschiedlichen Inhalte, Technologien und Personalstrukturen der übernommenen Unternehmen sorgten für erhebliche betriebliche Probleme.

Branchenexperten hatten längst vor den Risiken gewarnt. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, kritisierte die aggressive Expansionsstrategie des Konzerns. Der ehemalige Direktor von Schweitzer Fachinformationen bezeichnete die Übernahmewelle als leichtsinnig.

Die Folgen sind verheerend: Rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz stehen plötzlich auf dem Spiel. Bundesministerien, Bibliotheken und Verlage blicken in eine ungewisse Zukunft, da Verträge und Dienstleistungen nun in der Schwebe hängen. Betroffen sind alle 250 Beschäftigten der Mediengruppe Stein sowie die Belegschaften der 18 Tochterfirmen, darunter Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller.

Die Insolvenzen reißen eine große Lücke in die deutsche Medienvertriebsbranche. Mit 100 Millionen Euro umsatzbedingtem Ausfall müssen Konkurrenten und Kunden nun um Lösungen ringen. Der Zusammenbruch wirft zudem grundsätzliche Fragen auf: Wie nachhaltig sind schnelle, schuldenfinanzierte Wachstumsstrategien in der Branche?

Quelle