Dortmund blockiert Grab für Neonazi "SS-Siggi" – Proteste in Münster eskalieren
Gernot GertzDortmund blockiert Grab für Neonazi "SS-Siggi" – Proteste in Münster eskalieren
Dortmund hat die Errichtung eines namentlich gekennzeichneten Grabes für den bekannten Neonazi Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt verhindert. Mit dieser Entscheidung soll verhindert werden, dass die Grabstätte zu einem Wallfahrtsort für rechtsextreme Anhänger wird. Unterdessen kam es in Münster im Zuge des Streits zu Protesten und Gegenkundgebungen.
Auslöser der Kontroverse war die Forderung rechtsextremer Gruppen, Borchardt in Dortmund ein markiertes Grab zu gewähren. Die Stadtverwaltung lehnte dies ab – aus Sorge, es könnte zu neonazistischen Versammlungen kommen. Als Reaktion organisierten Rechtsextreme in diesem Jahr drei Kundgebungen vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster, das über den Fall entscheidet. Münster wurde von den Extremisten dabei zur „Frontstadt“ erklärt.
Rechtsextreme hatten zudem eine weitere Demonstration für Heiligabend in Münster angemeldet, zogen diese Anmeldung später jedoch zurück. Carsten Peters, Sprecher des antifaschistischen Bündnisses „Kein Meter den Nazis“, begrüßte diesen Schritt. Die eigene Gegenkundgebung des Bündnisses bleibt angemeldet – ein Zeichen für den anhaltenden Widerstand gegen rechtsextreme Aufmärsche.
Das Bündnis zeigte sich zufrieden, dass die Proteste Wirkung gezeigt hätten. Die wiederholten Auseinandersetzungen in Münster verdeutlichen die anhaltende Spannung zwischen extremistischen Gruppen und ihren Gegnern.
Dortmunds Weigerung, Borchardt ein namentliches Grab zu genehmigen, bleibt bestehen. Der Rückzug der geplanten Heiligabend-Demonstration bedeutet zwar eine vorläufige Entspannung in Münster, doch der Streit bleibt ungelöst, solange das Gerichtsverfahren läuft.






