Dürre im Frühling: Wie Landwirte ihre Ernte mit neuen Strategien retten können
Sergio KarzDürre im Frühling: Wie Landwirte ihre Ernte mit neuen Strategien retten können
Dürre trifft immer mehr Regionen – besonders im Frühling und Frühsommer
Landwirte sehen sich zunehmend größeren Herausforderungen gegenüber, da trockene Phasen häufiger auftreten. Um sie zu unterstützen, hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) neue Strategien für den Anbau unter diesen Bedingungen veröffentlicht.
Die Empfehlungen des Zentrums betonen, dass nicht alle Kulturen gleich auf Trockenheit reagieren. Pflanzen mit tiefen Wurzeln, wie etwa Zuckerrüben, überstehen Dürreperioden dank ihres starken Wurzelwerks oft besser. Böden mit hohem Ertragspotenzial, aber geringem Humusgehalt leiden hingegen stärker, wenn Wasser knapp wird.
Die Auswahl der richtigen Sorten spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Dürrerisiken. Frühreifende Sorten schneiden in trockenen Jahren gut ab, erreichen aber in feuchteren Jahren aufgrund begrenzter Sonneneinstrahlung möglicherweise nicht ihr volles Ertragspotenzial. Spätreifende Sorten bringen dagegen in nassen Jahren höhere Erträge, riskieren aber, bei anhaltender Feuchtigkeit nicht richtig auszureifen.
Eine weitere Strategie besteht darin, Kulturen mit unterschiedlichen Spitzenwasserbedarfen gestaffelt anzubauen. Dies verteilt die Nachfrage und verringert das Risiko, dass alle Pflanzen gleichzeitig unter Trockenstress leiden. In Gebieten, die im Frühsommer häufig von Dürre betroffen sind, kann es helfen, Ausfallgetreide wie Weizen durch Winterroggen zu ersetzen. Winterroggen entwickelt sich früher und schließt Blüte und Kornbildung oft ab, bevor Wasser knapp wird.
Das BZL weist zudem darauf hin, dass ertragsstabile Sorten nicht immer die höchsten Erträge für einen bestimmten Standort garantieren. Landwirte müssen bei der Auswahl ihrer Kulturen Resistenz und Produktivität gegeneinander abwägen.
Die neuen Leitlinien sollen Landwirten helfen, sich an die zunehmend trockeneren Bedingungen anzupassen. Durch die richtige Sortenwahl und eine verbesserte Bodenbewirtschaftung lassen sich Ernteverluste in Dürrephasen verringern. Im Mittelpunkt stehen praktische Maßnahmen, um die Erträge trotz sich ändernder Wetterverhältnisse zu sichern.






