20 June 2026, 02:16

Festivalschluss mit Höhenflügen und polarisierenden Momenten

Wiener Festwochen: Nun kehrt Frieden in den Staat der Götter zurück

Festivalschluss mit Höhenflügen und polarisierenden Momenten

Das diesjährige Festival endete mit Gob Squads interaktivem Stück Turn, einer Erkundung des Doppelgänger-Motivs. Die Veranstaltung erhielt gemischte Reaktionen – einige Aufführungen überzeugten, andere blieben hinter den Erwartungen zurück. Mit 196.000 Besuchern verzeichnete das Kulturereignis eine beachtliche Resonanz.

Stark begann das Festival mit einem Auftakt auf dem Heldenplatz, der fast zwei Drittel der Gäste anzog. Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang und prägte damit maßgeblich das Programm. Bereits im Frühjahr hatte Rau mit seiner Kritik an den selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco für weitreichende Debatten gesorgt und soziopolitische Diskussionen angestoßen.

Als Höhepunkt kristallisierte sich Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben heraus, das breite Anerkennung fand. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel hinterließen bleibende Eindrücke. Thorsten Lensings Dancing Idiots und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor wurden für ihre künstlerische Qualität gelobt.

Doch nicht alle Produktionen konnten überzeugen. Susanne Kennedys Parsifal und Nestervals Adaption des Nibelungen-Epos enttäuschten. Rau, der trotz seiner provokanten Behauptungen – Republik der Götter sei das „größte Stück aller Zeiten“ und eine „Weltpremiere“ – eine stetig sinkende Auslastung des Festivals verzeichnete, sorgte für zusätzliche Kontroversen.

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Mit einem vielfältigen Programm aus gefeierten Werken und weniger beachteten Inszenierungen ging das Festival zu Ende. Bei 196.000 Besuchern blieb seine kulturelle Bedeutung ungebrochen. Die gespaltene Kritik und Raus polarisierende Äußerungen gaben dieser Ausgabe zusätzliche Facetten.

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