04 May 2026, 06:19

Giftige Nitratwerte in Brunnen: Warum das Grundwasser in Deutschland leidet

Ein metallener Gießkannengestell auf einem grünen Feld mit Pflanzen, Bäumen, Strommasten, einem Schild, Fahrzeugen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Giftige Nitratwerte in Brunnen: Warum das Grundwasser in Deutschland leidet

Hohe Nitratwerte in Privatbrunnen sorgen in Teilen Deutschlands für Besorgnis über die Grundwasserqualität

Eine aktuelle Studie zeigt, dass jeder sechste untersuchte Brunnen den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschreitet. Umweltschützer fordern nun Änderungen in der Landwirtschaft, um das Problem an der Wurzel zu packen.

Die jüngsten Tests offenbarten besorgniserregende Nitratkonzentrationen in einigen Regionen. In Hehn wurden Werte von 162 mg/l gemessen, in Merreter 146 mg/l – beide deutlich über dem zulässigen Höchstwert. Auch in Varbrook (128 mg/l), Broich (123 mg/l) und Neuwerk (100 mg/l) war die Belastung extrem hoch. Etwas niedriger, aber immer noch erhöht, fielen die Messwerte in Winkeln (78 mg/l), Bettrath-Hoven (76 mg/l) und Bockert (74 mg/l) aus.

Besonders deutlich wird das Ausmaß des Problems in Mönchengladbach, wo 77 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen aus offenen, baumlosen Ackerflächen bestehen. Diese großen Anbaugebiete begünstigen das Auswaschen von Nitrat ins Grundwasser. Die seit 1980 für sauberes Wasser kämpfende Organisation VSR-Gewässerschutz plädiert dafür, Bäume zwischen den Feldern anzupflanzen. Diese als Agroforstwirtschaft bekannte Methode reduziert auf natürliche Weise die Nitratbelastung, indem sie überschüssige Nährstoffe wieder an die Oberfläche bindet.

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Ein Bündnis von Agrarfachleuten unterstützt diesen Ansatz. Sie betonen, dass Agroforstwirtschaft nicht nur die Nitratwerte senkt, sondern auch die Ernteerträge stabil hält. Die Düngemittelverordnung verlangt bereits strengere Kontrollen, um Überschreitungen des 50-mg/l-Grenzwerts zu verhindern. Nun wächst der Druck auf die Bundesregierung, Landwirte durch Anreize zu nachhaltigeren Anbaumethoden zu bewegen.

Der Vorstoß für mehr Agroforstwirtschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Tests eine anhaltende Nitratbelastung in ländlichen Brunnen bestätigen. Da in einigen Gebieten die Werte das Dreifache des Grenzwerts erreichen, fordern Experten dringendes Handeln. Der vorgeschlagene Wandel in der Landwirtschaft könnte das Grundwasser schützen – ohne die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden.

Quelle