07 April 2026, 18:28

Janinhoff stellt Ziegelproduktion auf grünen Wasserstoff um – ohne Stillstand

Plakette an einem Ziegelgebäude mit der Aufschrift "George Bower, Industrieller & Entwickler von Gasgeräten weltweit" umgeben von grünen Pflanzen.

Janinhoff stellt Ziegelproduktion auf grünen Wasserstoff um – ohne Stillstand

Janinhoff GmbH & Co. KG rüstet sein Werk in Münster um und wird Deutschlands erster Ziegelhersteller, der vollständig von Erdgas auf grünen Wasserstoff umsteigt. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Initiative, die Emissionen bis 2030 um mindestens 60 Prozent zu senken. Die Arbeiten haben bereits begonnen, wobei die Produktion während der Umstellung ohne Unterbrechung weiterläuft.

Das vor über einem Jahrhundert gegründete Unternehmen Janinhoff ist auf Ziegel und Klinker spezialisiert und setzte bisher traditionell auf fossile Brennstoffe. Die deutsche Ziegelindustrie verursacht derzeit jährlich rund 1,74 Millionen Tonnen CO₂, vor allem durch den Einsatz von Erdgas. Die Umstellung auf grünen Wasserstoff markiert für das Unternehmen einen entscheidenden Schritt hin zu einer klimaneutralen Produktion.

Die Modernisierung umfasst den Ausbau des Brennofens, Effizienzsteigerungen sowie die Vorbereitung von Anschlüssen für künftige Wasserstoffpipelines. Neben Wasserstoff werden auch Elektrifizierung und Hybridsysteme eine zentrale Rolle spielen, um die Prozesse flexibler und nachhaltiger zu gestalten. Dr. Caroline Foyer-Clitheroe, Geschäftsführerin der Klinker-Sparte bei Janinhoff, bezeichnete die Umstellung als weit mehr als symbolisch – sie stehe für einen grundlegenden Wandel des gesamten Unternehmens.

2024 unterzeichnete Janinhoff eine Klimaschutzvereinbarung mit der Bundesregierung. Darin verpflichtet sich das Unternehmen, seine Emissionen innerhalb von sechs Jahren um 60 Prozent und bis 2042 um 90 Prozent zu reduzieren. Das langfristige Ziel ist die Herstellung von Fassadenmaterialien, die nahezu CO₂-frei sind.

Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Hochtemperaturprozessen wie Brenn- und Schmelzvorgängen gilt als entscheidend für die klimaneutrale Industrie. Janinhoffs Projekt setzt Maßstäbe in der Branche und zeigt, wie eine großindustrielle Produktion ohne Betriebsunterbrechung umgestellt werden kann. Bei Erfolg könnte dieses Modell ähnliche Modernisierungen in anderen Bereichen der deutschen Schwerindustrie anstoßen.

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