John Eliot Gardiner erneut in der Kritik: Warum die Musikwelt über sein Verhalten diskutiert
Sergio KarzJohn Eliot Gardiner erneut in der Kritik: Warum die Musikwelt über sein Verhalten diskutiert
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen seines Verhaltens beim jüngsten Bach-Festival erneut in der Kritik. Die Vorfälle haben die Debatten über sein Auftreten in der klassischen Musikszene wiederbelebt. Bereits in der Vergangenheit war er wegen unangemessenen Verhaltens beschuldigt worden, darunter der Vorwurf, in Frankreich einen Bassisten geohrfeigt zu haben.
Während des Schlussapplauses beim Festival steckte Gardiner einer Mitarbeiterin eine Papierrolle in das Hemd. Die Frau schien sich zunächst gegen seine Geste zu wehren. Später erklärte Gardiner, er sei von der Reaktion überrascht gewesen und habe die Rolle lediglich hinter ihre Kette legen wollen.
Der Monteverdi-Chor weigerte sich nach dem Vorfall, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Daraufhin gründete Gardiner ein neues Ensemble, das Constellation Ensemble. Er bestehe darauf, in diesem jüngsten Fall nichts falsch gemacht zu haben, räumt jedoch ein, nicht immer volle Kontrolle über sein Handeln zu haben.
Gardiner hatte sich bereits früher für den angeblichen Vorfall in Frankreich entschuldigt, bei dem er einen Musiker hinter der Bühne geohrfeigt haben soll. Trotz früherer Kontroversen arbeitet die klassische Musikbranche weiterhin mit ihm zusammen.
Der Vorfall beim Bach-Festival wirft nun die Frage auf, ob sich Gardiner tatsächlich geändert hat. Die Gründung des neuen Ensembles deutet auf eine Veränderung in seinen beruflichen Beziehungen hin. Doch die Bereitschaft der Branche, ihm zu verzeihen, bleibt weiterhin spürbar.
