Deutsches Unternehmen will den US-Glücksspielmarkt aufmischen - Merkur erobert mit Gaming Arts-Übernahme den US-Spielautomatenmarkt
Merkur, Deutschlands größter Glücksspielkonzern, dringt mit der Übernahme des US-Softwareentwicklers Gaming Arts auf den amerikanischen Markt vor. Die in Las Vegas ansässige Firma soll dem Unternehmen den Weg ebnen, das bereits steigende Umsätze verzeichnet und plant, künftig jährlich tausende Spielautomaten nach Nordamerika zu liefern.
Der Deal festigt Merkurs Position in einem Markt, der bisher von nur drei großen Anbietern dominiert wird – während Casino-Betreiber zunehmend nach Alternativen suchen.
Im Jahr 2024 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro, ein Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzern, der rund 15.300 Mitarbeiter beschäftigt, war bislang vor allem auf seinen beiden größten Märkten, Deutschland und Großbritannien, aktiv. Nun sieht er in den USA ein erhebliches Wachstumspotenzial.
Sämtliche Spielautomaten von Merkur werden im Werk im ostwestfälischen Lübbecke gefertigt. Weltweit sind derzeit über 100.000 Geräte des Unternehmens im Einsatz. In diesem Jahr rechnet Merkur mit 800 bis 1.000 verkauften Einheiten für die USA und Kanada – mittelfristig soll diese Zahl auf 5.000 pro Jahr steigen.
Durch die Übernahme von Gaming Arts teilen sich die beiden Unternehmen die Aufgaben: Der US-Partner übernimmt die Software-Entwicklung, Merkur stellt die Hardware. CEO Lars Felderhoff zeigt sich optimistisch: Die Marktchancen in Amerika seien vielversprechend, da die hohe Konzentration unter den Anbietern und die Nachfrage nach neuen Lieferanten Spielraum für Merkur böten.
Neben dem klassischen Automaten-Geschäft treibt das Unternehmen auch den Ausbau seiner Online-Umsätze voran. Ziel ist es, internationaler und zukunftsfähiger aufzustellen – mit einem größeren Anteil der Erlöse aus dem Ausland.
Bis 2026 strebt Merkur ein Umsatzwachstum von 10 Prozent an, was die Gesamterträge auf rund 2,3 Milliarden Euro bringen würde. Die Expansion in den USA und die Digitalstrategie sind zentrale Bausteine dieses Plans. Mit einem stärkeren Standbein in Nordamerika erwartet das Unternehmen einen deutlichen Ausbau seiner globalen Präsenz im Spielautomaten-Markt.






