Neues Refugium für Sandechsen und Wildbienen am Vlothoer Schloss entsteht
Sergio KarzNeues Refugium für Sandechsen und Wildbienen am Vlothoer Schloss entsteht
1.400 Quadratmeter großer Hang beim Vlothoer Schloss werden zu neuem Lebensraum für seltene Tiere
Ein 1.400 Quadratmeter großes Gelände in Hanglage nahe dem Vlothoer Schloss wird derzeit in ein neues Refugium für bedrohte Tierarten umgewandelt. Das vom Naturschutzteam des Kreises Herford geleitete Projekt soll Sandechsen, Wildbienen und Schmetterlinge fördern. Während der Bauarbeiten werden einige Wege zeitweise gesperrt; für Spaziergänger werden Umleitungen eingerichtet.
Die Untere Naturschutzbehörde hat das steile Gelände bereits gerodet, um es für die Umgestaltung vorzubereiten. Im oberen Bereich entstehen flache, terrassierte Böschungen sowie Stein- und Felsstrukturen – ideale Bedingungen für Sandechsen. Die streng geschützte Reptilienart benötigt warme, offene Flächen mit lockerem Boden, um zu überleben.
Weiter unten, in Richtung Coringenweg, werden mageres Grünland mit regionalem Wildblumensaatgut angesät. Ziel ist es, die Insektenpopulation – insbesondere von Wildbienen und Schmetterlingen – zu stärken. Zwar verliert das Gebiet seinen Status als Waldfläche, doch als Ausgleich wird auf einer 3.000 Quadratmeter großen Fläche in Vlotho-Exter aufgeforstet.
Die Erdarbeiten für die Echsenhabitate sollen im November 2025 beginnen, sofern das Wetter es zulässt. Während dieser Phase wird der Coringenweg voll gesperrt; eine Umleitung führt über den Apothekerweg. Der Kreis bittet Besucher, die vorübergehenden Einschränkungen zu entschuldigen.
Sandechsen sind im Kreis Herford selten geworden und kommen heute vor allem in Vlotho vor, nachdem sie durch Flussbegradigungen und Uferbefestigungen viele Lebensräume verloren haben. Ein kleiner Bestand wurde während der Sanierung des Vlothoer Schlosses umgesiedelt und hat sich bis 2025 erfolgreich in seinem neuen Habitat vermehrt.
Das Projekt schafft einen dauerhaften Rückzugsort für Sandechsen und andere gefährdete Arten. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird der Coringenweg für Spaziergänger wieder freigegeben. Die Aufforstungsmaßnahmen des Kreises Herford gleichen zudem den Verlust an Waldfläche in der Region aus.






