"Noch eins!": Wie Neuköllner Supermarkt-Kunden die Berliner Tafel unterstützen
Gernot Gertz"Noch eins!": Wie Neuköllner Supermarkt-Kunden die Berliner Tafel unterstützen
Eine kleine Gruppe Freiwilliger steht diese Woche vor einem Neuköllner Supermarkt und bittet Kundinnen und Kunden, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt für die Berliner Tafel zu spenden. Die unter dem Motto "Noch eins!" laufende Aktion dauert bis Ostern und soll tausende Kilogramm Lebensmittel für Bedürftige sammeln. Angesichts steigender Nachfrage hilft jede Spende der Berliner Tafel, monatlich 660 Tonnen Hilfsgüter in der gesamten Stadt zu verteilen.
Anne, Uschi und Marianne verbringen ihren Samstag in der Edeka-Filiale an der Karl-Marx-Straße, wo sie Kunden mit Sammelkörben begrüßen. Der Laden liegt in einem Arbeiterviertel, doch viele Anwohnerinnen und Anwohner halten an, um Nudeln, Konserven oder Haltbarmilch abzugeben. Die "Noch eins!"-Initiative, die auch zu Erntedank und Weihnachten stattfindet, bittet Einkaufende einfach, ein weiteres Produkt mitzunehmen und an der Kasse zurückzulassen.
Anne, mit 33 Jahren die Jüngste im Team, kombiniert ihre Schichten in der Feinkostabteilung des KaDeWe mit regelmäßigem ehrenamtlichem Engagement. Uschi, 76, unterstützt seit 14 Jahren die Ausgabestelle in der Magdalenenkirche. Ihre Arbeit ist Teil eines größeren Netzwerks: Die Berliner Tafel betreibt 48 "Brot & Seele"-Stationen, über die monatlich 70.000 Mahlzeiten verteilt werden. Im Hintergrund sorgen ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge dafür, dass die Hilfsaktion reibungslos läuft.
An der diesjährigen Osteraktion beteiligen sich 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland. Die Spenden fließen in die 265.000 Tonnen Lebensmittel ein, die die 970 Tafel-Standorte in Deutschland jährlich weitergeben. Die Supermarktkette Rewe fördert die Initiative bereits seit 1996 und stellt sicher, dass Überschussware und Kundenspenden bei denen ankommen, die sie am dringendsten brauchen.
Die Kampagne endet am 4. April, doch der Bedarf an Lebensmittelhilfe besteht das ganze Jahr über. Die Berliner Tafel ist auf regelmäßige Spenden angewiesen, um ihre monatliche Verteilung von 660 Tonnen aufrechtzuerhalten. Für Freiwillige wie Anne und Uschi bleibt die Arbeit an Sammelstellen und Ausgabestellen eine Konstante – ein zusätzliches Produkt nach dem anderen.






