13 June 2026, 12:13

NRW führt neues Punktesystem für ökologische Bewertung von Solaranlagen ein

NRW: Leitfaden für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen löst Kritik aus

NRW führt neues Punktesystem für ökologische Bewertung von Solaranlagen ein

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, mit dem sich Teilbereiche dieser Anlagen nach ihrem ökologischen Wert klassifizieren lassen. Ziel ist es, Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu standardisieren.

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Der Leitfaden bewertet die ökologische Qualität auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Flächen, etwa Schotterwege, sowie Bereiche direkt unter den Solarmodulen werden jeweils mit einem Punkt bewertet.

Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen hängt vom angestrebten Biotoptyp ab. Diese Flächen können bis zu einen Punkt abgewertet werden, wenn sie die ökologischen Ziele nicht erfüllen. Um die Naturverträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde einen Reihenabstand von mindestens fünf Metern sowie eine lichte Höhe der Modultische von mindestens 0,8 Metern.

Der Leitfaden unterstützt die Energiestrategie des Landes, die einen Ausbau der Photovoltaik-Leistung von derzeit 13,21 Gigawatt auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und 50 Gigawatt bis 2040 vorsieht. Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen hat jedoch Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage des Punktesystems und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.

Der neue Leitfaden bietet ein Rahmenwerk zur Bewertung und zum Ausgleich ökologischer Auswirkungen von Solaranlagen. Er soll den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Schutz der Umwelt in Einklang bringen. Die Empfehlungen der Landesanstalt zielen darauf ab, die Artenvielfalt zu fördern und gleichzeitig die Energieziele zu erreichen.

Quelle