NRW sichert 10 Milliarden Euro für Schulen und Kitas – doch reicht das?
Hans-Werner RöhrichtNRW sichert 10 Milliarden Euro für Schulen und Kitas – doch reicht das?
Nordrhein-Westfalen hat Bundesmittel in Höhe von 10 Milliarden Euro für die Modernisierung der kommunalen Infrastruktur gesichert. Die Landesregierung gab die Pauschalzuweisung an demselben Tag bekannt, an dem das Thema in der WDR-5-Sendung Westblick behandelt wurde. Die Hälfte der Gelder fließt in den Bildungsbereich, darunter Schulen, Kitas und Ganztagsangebote in ganz NRW.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) stellten den Finanzierungsplan gemeinsam vor. Die 10 Milliarden Euro stammen aus dem Bundes-Sondervermögen Infrastruktur, wobei 5 Milliarden Euro explizit für Bildungsprojekte vorgesehen sind.
Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, monierte, die 10 Milliarden Euro lägen weit unter dem tatsächlichen Bedarf des nordrhein-westfälischen Bildungssystems. In einem Interview mit dem WDR und auf einer Pressekonferenz am 22. Oktober 2025 warnte er, das "Kernzeitenmodell" im Rahmen der Kibiz-Reform könnte zu einem "Zwei-Klassen-System" in der Kinderbetreuung führen.
Maelzer drängte auf rasche Änderungen. Er forderte höhere Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Zudem plädierte er für eine groß angelegte Nachwuchskampagne, um mehr Fachkräfte für den Bereich zu gewinnen. Um Mittel freizumachen, schlug er vor, Landeszuschüsse, die derzeit für die Verlängerung der Kitazeiten verwendet werden, stattdessen in Ausbildungsprogramme umzulenken.
Die 10 Milliarden Euro sollen Schulen, Kitas und Ganztagsbetreuung in NRW finanzieren. Doch Oppositionsvertreter bestehen darauf, dass die Summe nicht ausreicht, um Personalmangel und Qualifizierungslücken zu beheben. Die Debatte darüber, wie die Mittel am besten eingesetzt werden und ob weitere Reformen nötig sind, wird voraussichtlich anhalten.






