05 April 2026, 08:18

On-Demand-Verkehr in Neukirchen-Vluyn scheitert trotz Erfolg an der Finanzierung

Gelbes Taxi fährt eine belebte Stadtstraße entlang mit hohen Gebäuden auf beiden Seiten, Fußgängern auf dem Gehweg, Ampeln und Texttafeln, unter einem sichtbaren Himmel.

On-Demand-Verkehr in Neukirchen-Vluyn scheitert trotz Erfolg an der Finanzierung

On-Demand-Verkehrsprojekt in Neukirchen-Vluyn wird nach drei Jahren eingestellt

Das Pilotprojekt für bedarfsgesteuerten ÖPNV (ODI) in Neukirchen-Vluyn wird nach drei Jahren Betrieb Ende 2025 eingestellt. Das 2023 gestartete Angebot bot flexible öffentliche Verkehrsverbindungen in der Region Wesel. Trotz wachsender Beliebtheit zwingen Finanzierungsprobleme nun zur Schließung.

Das Vorhaben startete 2023 mit einer Landesförderung von 1,8 Millionen Euro über fünf Jahre. Lokale Taxi- und Mietwagenunternehmen stellten Personal und Ressourcen bereit, um den Service zu unterstützen. Innerhalb kurzer Zeit registrierten sich über 8.000 Nutzer:innen, und die jährliche Fahrgastzahl stieg um 40 Prozent – bis 2026 wurden mehr als 150.000 Fahrten verzeichnet.

Gleichzeitig sank die Auslastung klassischer Bus- und Bahnverbindungen in der Region um 15 Prozent, da viele auf das On-Demand-Angebot umstiegen. Margit Ciesielski, Erste Beigeordnete der Stadt Neukirchen-Vluyn, bezeichnete das Projekt als einen "mutigen Schritt hin zu flexiblen, digital gesteuerten Verkehrsangeboten". Die Kommune übernahm die Koordination und wollte damit die Mobilität im gesamten Kreis neu denken.

Trotz des Erfolgs scheiterte das Projekt an der langfristigen Finanzierung. Zwar wurde eine einjährige Verlängerung mit einer zusätzlichen Förderung von 560.000 Euro bewilligt, doch eine dauerhafte Lösung blieb aus. Anne Böhmer, Mobilitätsmanagerin der Stadt, bedauerte die Einstellung und verwies auf das Fehlen eines tragfähigen Finanzmodells.

Der Betrieb läuft noch bis zum 31. Dezember 2025, dann wird der Service endgültig eingestellt. Das Pilotprojekt zeigte zwar eine hohe Nachfrage nach flexiblen Verkehrsangeboten, scheiterte aber an den Finanzierungshürden. Nun stehen lokale Behörden und Verkehrspartner vor der Frage, wie es mit der Mobilität in der Region weitergeht.

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