Pfändungsschutzkonten versagen: Wie Betroffene monatelang ohne Geld bleiben
Hans-Werner RöhrichtPfändungsschutzkonten versagen: Wie Betroffene monatelang ohne Geld bleiben
Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) weist auf Mängel bei Pfändungsschutzkonten hin
Während der Aktionswoche Schuldnerberatung macht die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) auf gravierende Probleme bei deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufmerksam. Lokale Beratungsstellen im Kreis Kempen-Viersen berichten von anhaltenden Verzögerungen und Härtefällen im Zusammenhang mit diesen Konten. Monatlich sind bundesweit zwischen 300.000 und 350.000 Bankkonten von Kontopfändungen betroffen.
Bei einer Kontopfändung werden alle Gelder sofort gesperrt. Betroffene müssen anschließend beantragen, ihr Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen, um Zugang zu pfändungsfreien Beträgen zu erhalten. Doch oft greifen die gesetzlichen Schutzmechanismen nicht rechtzeitig – mit der Folge, dass Menschen vorübergehend keinen Zugang zu dringend benötigtem Geld haben.
Die Caritas Kempen-Viersen betreibt Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal. Dort häufen sich Fälle, in denen die Umstellung auf ein P-Konto verzögert wird, was Betroffene in finanzielle Not bringt. Elisabeth Mankertz, Schuldnerberaterin bei der Caritas, bietet während der Aktionswoche eine Telefonsprechstunde an, um Hilfesuchende zu unterstützen.
Simone Stahn-Florian, ebenfalls Beraterin bei der Caritas in Viersen, übt scharfe Kritik am aktuellen System. Sie verweist auf unklare rechtliche Vorgaben und uneinheitliche Umsetzungspraxen als zentrale Probleme. Ihre Forderungen nach einer Reform umfassen deutlichere Regelungen, besser geschultes Personal, leichter zugängliche Beratungsangebote und strengere Sanktionen bei Verstößen im Pfändungsverfahren.
Ziel der Aktionswoche ist es, auf diese strukturellen Missstände aufmerksam zu machen. Ohne rechtzeitigen Schutz sehen sich Inhaber gepfändeter Konten weiterhin unnötigen Härten ausgesetzt. Die Berater fordern politische Maßnahmen, um fairen und verlässlichen Schutz für alle Kontoinhaber zu gewährleisten.






