Preisschock an der Mailänder Scala: Warum Stammgäste jetzt protestieren
Gernot GertzPreisschock an der Mailänder Scala: Warum Stammgäste jetzt protestieren
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark angestiegen. Die Maßnahme hat vor allem treue Besucher verärgert – insbesondere die in den oberen Rängen. Zehn Jahre lang hatte das Theater die Preise nicht erhöht, steht nun aber unter finanziellem Druck.
Betroffen sind 36 der begehrtesten Sitze, deren Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Die Abo-Preise für diese Plätze kletterten von 800 auf 1.050 Euro. Die meisten Erhöhungen fallen jedoch gering aus: Plätze in der Galerie wurden zwischen den Spielzeiten nur um 1,48 Euro teurer.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten. Von den oberen Rängen regnete es Flugblätter, als die sogenannten Loggionisti – die Stammgäste der Stehplätze – ihren Unmut äußerten. Die Theaterleitung wies die Kritik zurück und betonte, dass nur wenige Sitze deutlich teurer geworden seien.
Die Scala verlangt bereits jetzt höhere Preise als jedes andere Theater in Europa – mit Ausnahme der Salzburger Festspiele. Die Anpassung erfolgt, obwohl das Haus mit einem Überschuss wirtschaftet, aber steigende Kosten durch Tarifverhandlungen und die Verlegung von Werkstätten zu verkraften hat. Intendant Fortunato Ortombina versprach, unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen.
Die Preisanpassungen stoßen bei Stammbesuchern auf scharfe Kritik. Nur eine kleine Anzahl von Plätzen ist von den drastischen Steigerungen betroffen, während die meisten Preise nahezu unverändert bleiben. Das Theater hält die Änderungen für notwendig, um den Betrieb langfristig zu sichern.






