19 March 2026, 16:23

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen und Versorgungskrise

Blauer Hintergrund mit wei├čem Text und einem wei├čen Kreis-Logo mit einer blauen Umrandung, das eine neue Regel zur St├Ąrkung der psychischen Gesundheit umreißt.

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen und Versorgungskrise

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor, die an diesem Donnerstag stattfinden sollen. Die Demonstrationen werden in Städten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund stattfinden – vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über eine sich verschlechternde Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit. Steigende Kosten und sinkende Erstattungen setzen sowohl Behandler als auch Patientinnen und Patienten in der gesamten Region unter Druck.

Die finanzielle Belastung für Psychotherapeut:innen hat einen kritischen Punkt erreicht. Moritz Esser-Wolters etwa investierte 50.000 Euro, um seine Praxis in Coesfeld zu eröffnen. Die Erlangung einer Kassenzulassung geht oft mit unkalkulierbaren Kosten einher, da es für diese Genehmigungen keine einheitliche Preisgestaltung gibt.

Ab dem 1. April 2026 planen die Krankenkassen, die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu kürzen. Diese Reduzierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Psychotherapeut:innen ohnehin bereits weniger verdienen als alle anderen Fachkräfte im deutschen Gesundheitswesen. Die Psychotherapeutenkammer NRW warnt, dass dieser finanzielle Druck die psychotherapeutische Versorgung im Land weiter destabilisieren könnte.

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Patient:innen haben bereits jetzt mit langen Wartezeiten zu kämpfen. In NRW beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf einen Ersttermin in der Psychotherapie fünf Monate. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, vor allem in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, wo sich die Wartezeiten auf bis zu ein Jahr ausdehnen können. Deutschlandweit fehlen derzeit rund 7.000 kassenfinanzierte Psychotherapie-Plätze, was die Krise zusätzlich verschärft.

Die geplanten Gebührenkürzungen drohen, die Wartezeiten für Kassenpatient:innen noch weiter zu verlängern. Wenn immer weniger Behandler:innen sich eine Praxis leisten können, könnte der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung weiter schrumpfen. Die Proteste in dieser Woche werden die wachsenden Bedenken hinsichtlich Finanzierung und Verfügbarkeit in diesem Bereich unterstreichen.

Quelle