RAW-Gelände in Berlin: Proteste gegen drohende Räumung von Cassiopeia und Co.
Sergio KarzRAW-Gelände in Berlin: Proteste gegen drohende Räumung von Cassiopeia und Co.
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel – Dutzende Menschen versammelten sich am Kurfürstendamm zum Protest. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ forderten die Demonstranten den Erhalt des kulturellen Zentrums. Das Gelände, einst Wartungsstätte für Reichsbahn-Züge, beherbergt heute in seinen historischen, teils verfallenen Gebäuden Clubs, Bars, Ateliers und Sporteinrichtungen.
Die Spannungen zwischen der Kurth-Gruppe, dem Senat und dem Bezirk eskalieren wegen der Pläne für das Areal. Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für Wohnungen. Senat und Bezirk legten Mitte Mai einen Rahmenvertrag vor – doch der Investor lehnte ab. Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen entstehen und wie viele denkmalgeschützte Hallen erhalten bleiben sollen.
Heute ist das RAW-Gelände ein lebendiger Ort mit Konzertlocations, Biergarten, Skatehalle, Kletterzentrum, Lagerhallen und Märkten. Doch einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, droht bereits ab nächster Woche die Räumung. Andere erhielten neue Verträge – ihre Zukunft bleibt ungewiss. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter bei Cassiopeia, startete eine Petition, die die Kurth-Gruppe zu weiteren Verhandlungen auffordert.
Der Protest unterstreicht die wachsende Unsicherheit für die kulturellen Einrichtungen auf dem RAW-Gelände. Ohne Lösung könnten weitere Räumungen folgen. Der Konflikt ist ungelöst – das Schicksal der kulturellen und gewerblichen Flächen bleibt offen.
