Schiedsrichter-Gehälter in der Bundesliga steigen – doch Europa zieht davon
Hans-Werner RöhrichtSchiedsrichter-Gehälter in der Bundesliga steigen – doch Europa zieht davon
Schiedsrichter-Gehälter im deutschen Fußball steigen – doch im europäischen Vergleich hinken sie hinterher
Die Bezahlung von Schiedsrichtern im deutschen Fußball ist in den vergangenen fünf Jahren stetig gestiegen. Offizielle in der Bundesliga verdienen mittlerweile zwischen 130.000 und 150.000 Euro pro Saison – ein Anstieg gegenüber den rund 100.000 Euro im Jahr 2021. Dennoch fallen diese Erhöhungen geringer aus als in anderen europäischen Topligen, wo die Gehälter deutlich schneller gewachsen sind.
Trotz der Steigerungen liegen deutsche Unparteiische bei der Entwicklung der Verdienste weiterhin hinter ihren Kollegen in England, Spanien, Italien und selbst Frankreich zurück.
In der Bundesliga erhalten Schiedsrichter ein Grundgehalt von 60.000 Euro pro Jahr. Nach fünf Jahren Erfahrung steigt dieses auf 70.000 Euro, während Spitzenkräfte der "Ersten Klasse" bis zu 80.000 Euro jährlich verdienen können. Hinzu kommen 6.000 Euro pro Einsatz – ihre Assistenten erhalten 1.500 Euro pro Spiel.
In der 2. Bundesliga bekommen Schiedsrichter ein Jahresgehalt von 40.000 Euro sowie 3.000 Euro pro Partie. Ihre Assistenten erhalten ein Fixum von 4.000 Euro im Jahr und zusätzlich 1.150 Euro pro Spiel. In der 3. Liga gibt es dagegen kein Grundgehalt: Hier verdienen Schiedsrichter 750 Euro pro Spiel, ihre Assistenten 375 Euro.
Auf internationaler Ebene erhalten Schiedsrichter in der Champions League zwischen 6.000 und 7.000 Euro pro Spiel – ohne festes Gehalt. Ihre Assistenten kommen auf 3.000 bis 3.500 Euro pro Einsatz. Bei großen Turnieren wie der WM oder EM zahlt die FIFA den Unparteiischen ein Grundhonorar von 70.000 Euro plus 3.000 Euro pro geleitetem Spiel.
In den letzten fünf Jahren sind die Gehälter in der Bundesliga um rund 25 bis 30 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu anderen Ligen fällt dieser Anstieg jedoch moderat aus: In der Premier League stiegen die Bezüge um 35 Prozent, in der Ligue 1 sogar um 40 Prozent. Auch La Liga (28 Prozent) und die Serie A (32 Prozent) übertreffen Deutschland.
Die aktuellen Zahlen zeigen eine deutliche Lücke zwischen den Schiedsrichter-Gehältern in Deutschland und denen in anderen großen europäischen Ligen. Zwar haben sich die Einkommen verbessert, doch im internationalen Vergleich bleiben die Steigerungen bescheiden. Vorerst verdienen Bundesliga-Schiedsrichter damit weiterhin weniger als ihre Kollegen in England, Spanien, Italien und Frankreich.






