Sechs Dörfer vor dem Abriss gerettet: NRW investiert Millionen in ihre Zukunft
Elsa SteySechs Dörfer vor dem Abriss gerettet: NRW investiert Millionen in ihre Zukunft
Sechs Dörfer in der Nähe der Braunkohletagebaue Hambach und Garzweiler sind vor dem Abriss bewahrt worden. Die Entscheidung folgt auf die Bemühungen Nordrhein-Westfalens, den Kohleausstieg zu beschleunigen. Am 10. November 2025 besuchte die Bauministerin des Landes die Region, um Fördermittel für ihre Wiederbelebung anzukündigen.
Die geretteten Dörfer – Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath und Morschenich – erhalten nun Millionenbeträge, um die Infrastruktur wieder aufzubauen und Gemeinschaftsräume zu sanieren. Damit endet eine jahrelange Unsicherheitsphase für die Bewohner, die einst um ihre Häuser fürchten mussten.
Die Rettung dieser Dörfer wurde durch eine Vereinbarung im Oktober 2022 möglich, die den beschleunigten Ausstieg der Region aus der Braunkohleförderung vorsieht. Zuvor waren viele von ihnen für den Abriss vorgesehen, um die Tagebaue zu erweitern. Statt gelöscht zu werden, erhalten sie nun modernisierte Straßen, Abwassersysteme und öffentliche Gebäude.
Ina Scharrenbach, Bauministerin von Nordrhein-Westfalen, besuchte die Dörfer am 10. November 2025. Während ihres Besuchs kündigte sie 14,3 Millionen Euro Sofortförderung für fünf Dörfer im Kreis Heinsberg an. Zusätzlich sicherte die Gemeinde Merzenich 60 Millionen Euro für Morschenich, wo unter anderem der Wiederaufbau der historischen Kirche geplant ist.
Die Stadt Erkelenz selbst rechnet mit insgesamt rund 170 Millionen Euro für das Projekt. Ein Teil der Mittel soll einen ehemaligen Kindergarten in Keyenberg in ein Gemeinschaftszentrum umwandeln. Ehemalige und aktuelle Bewohner erhalten zudem die Möglichkeit, in den wiederbelebten Gebieten Eigentum zu erwerben.
Keines der sechs Dörfer liegt vollständig innerhalb der Stadtgrenzen von Erkelenz. Einige, wie Immerath und Lützerath, sind dem Bergbau bereits zum Opfer gefallen oder gehören zu Nachbargemeinden. Andere, etwa Keyenberg, überlappen sich mit RWE-eigenem Gelände, sind aber teilweise noch erhalten. Die Fördergelder fließen nun gezielt in die Dörfer, die vom Abriss verschont blieben.
Die Mittel werden dazu genutzt, die grundlegende Versorgung zu modernisieren und das Gemeinschaftsleben in Dörfern wiederherzustellen, die einst durch die Kohleexpansion bedroht waren. Die Kirche in Morschenich und das neue Gemeinschaftszentrum in Keyenberg zählen zu den ersten sichtbaren Veränderungen. Für die Bewohner bedeutet die Energiewende nicht länger Vertreibung, sondern die Rückkehr zu Heimat und Stabilität.






