Sicherheitslücke enthüllt geheime Route für umstrittenen Atomtransport
Hans-Werner RöhrichtSicherheitslücke enthüllt geheime Route für umstrittenen Atomtransport
Ein schwerwiegender Sicherheitsfehler hat die geplante Route für einen umstrittenen Atomtransport in Deutschland offenbart. Die Details waren kurzzeitig auf einer offiziellen Regierungswebsite einsehbar, bevor sie wieder entfernt wurden. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit und möglichen Protestrisiken auf.
Der Fehler ereignete sich auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums. Von Mittwochabend bis Donnerstag war eine für Drohnen gesperrte Flugzone entlang der Transportstrecke öffentlich einsehbar. Dadurch wurde ein 170 Kilometer langer Weg von Jülich nach Ahaus sichtbar – genau die Route, auf der der nächste Castor-Transport stattfinden soll.
Bei dem Transport geht es um die Verbringung von Brennelementen aus einem stillgelegten Forschungsreaktor in ein Zwischenlager. Solche Routen gelten normalerweise als geheim, um Terrorgefahren und Protestrisiken zu minimieren. Bisher hat das Ministerium jedoch keine konkreten Sicherheitsvorkehrungen für diesen Transport bestätigt.
Wie es zu der versehentlichen Veröffentlichung kam, ist weiterhin unklar. Auf Anfrage des WDR äußerte sich das Verkehrsministerium nicht.
Mittlerweile wurde die freigegebene Route aus der öffentlichen Ansicht entfernt. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Atomtransporten. Die Behörden haben bisher weder erklärt, wie der Fehler zustande kam, noch welche Maßnahmen ergriffen werden, um künftige Sicherheitslücken zu vermeiden.






