22 April 2026, 04:21

Skandal um illegale Erdentsorgung bei Bahn-Bauprojekt in Dortmund

Ein Zug fährt durch ein beschädigt Gebiet mit Rauch, der aus ihm aufsteigt, umgeben von Masten und Dröhnen, mit Hügeln und einem klaren Himmel im Hintergrund und verstreutem Schutt auf dem Boden.

Skandal um illegale Erdentsorgung bei Bahn-Bauprojekt in Dortmund

Vor dem Landgericht Dortmund hat ein großer Prozess um die illegale Entsorgung belasteter Erde von einer Baustelle der Deutschen Bahn begonnen. Der Angeklagte, ein Mann mit einer Vorstrafe wegen Umweltvergehen, soll die kriminelle Machenschaft organisiert haben. Ermittlern zufolge wurden zwischen Februar und November 2024 fast 1.000 Lkw-Ladungen mit verschmutztem Erdreich abtransportiert und widerrechtlich abgeladen.

Im Mittelpunkt des Falls steht der Bau eines 400-Millionen-Euro-ICE-Wartungsdepots in Dortmund, das Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. Die Deutsche Bahn wirbt für die Anlage als klimaneutral und ausgelegt für die Wartung von bis zu 17 Hochgeschwindigkeitszügen täglich. Doch rund 24.000 Tonnen Erde vom Gelände sollen laut Anklage abtransportiert und unsachgemäß entsorgt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte die Absprache mit zwei Kiesgruben in der Nähe von Kamp-Lintfort traf, wo der Großteil des Erdreichs landete. Er soll trotz Kenntnis fehlender Genehmigungen weiterhin Kontakt zu den Betrieben gehalten haben. Ein Entsorgungsunternehmen, das für die Beseitigung etwa 360.000 Euro erhielt, steht ebenfalls im Fokus der Ermittlungen.

Der Angeklagte hat bereits eine Haftstrafe wegen seiner Verwicklung in einen Skandal um giftige Ölpellets verbüßt. Der aktuelle Prozess wirft nun Fragen nach der Kontrolle der Deutschen Bahn über die Abfallentsorgung bei ihren Bauprojekten auf.

Im Verlauf der Verhandlung wird untersucht, wie es zu den illegalen Ablagerungen kam und wer die Verantwortung trägt. Die Verfahren der Deutschen Bahn beim Umgang mit belasteten Abfällen dürften dabei genau unter die Lupe genommen werden. Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine erhebliche Haftstrafe für seine Rolle in dem Skandal.

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