Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen medizinische Unterstützung
Sergio KarzSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen medizinische Unterstützung
Syriens Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen, um über mögliche medizinische Zusammenarbeit zu sprechen. Die Reise ist Teil der Bemühungen, das durch jahrelangen Konflikt schwer beschädigte Gesundheitssystem Syriens wieder aufzubauen. Al-Ali, der selbst fünf Jahre lang als Neurochirurg in Solingen ausgebildet wurde, strebt nun engere Beziehungen zwischen beiden Ländern an.
Al-Ali leitet das syrische Gesundheitsministerium seit März 2025. Während seines Besuchs im deutschen Krankenhaus führte er Gespräche mit Professor Martin Eversmeyer, dem Geschäftsführer der Einrichtung. Eversmeyer zeigte sich offen dafür, konkrete Wege der Zusammenarbeit zu erkunden.
Der Minister schlug ein Austauschprogramm für angehende syrische Medizinfachkräfte vor. Zudem unterstützt er kurzfristige Einsätze syrischer Ärztinnen und Ärzte im Ausland, um die Versorgung im Heimatland zu verbessern. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner im Ausland 10.800 Operationen durch.
Die Krise des syrischen Gesundheitssystems ist Folge jahrelanger Kriegswirren, die zahlreiche Krankenhäuser und Kliniken zerstörten. Über 6,8 Millionen Syrer flohen ins Ausland, darunter viele qualifizierte Fachkräfte. Al-Alis eigener Werdegang – eine fünfjährige neurochirurgische Ausbildung in Solingen – unterstreicht die langjährigen Verbindungen zwischen den beiden Nationen.
Die Gespräche in Solingen markieren einen Schritt zur Wiederherstellung des syrischen Medizinsektors. Sollte das Austauschprogramm realisiert werden, könnte es dringend benötigtes Fachwissen in das stark belastete Gesundheitssystem des Landes bringen. Beide Seiten signalisierten Bereitschaft, die praktische Zusammenarbeit voranzutreiben.






