Tarifstreit am Duisburger Hafen: Verdi prangert Dumpinglöhne und Blockade bei Verhandlungen an
Sergio KarzTarifstreit am Duisburger Hafen: Verdi prangert Dumpinglöhne und Blockade bei Verhandlungen an
Tarifstreit am Duisburger Hafen: Verdi wirft Duisport Dumpinglöhne und Blockade von Tarifverhandlungen vor
Am Duisburger Hafen schwelt ein Konflikt um Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Hafenbetreiber Duisport vor, Beschäftigte schlechter zu bezahlen als in tarifgebundenen Häfen und gleichzeitig Tarifverhandlungen zu boykottieren. Vier Mitarbeiter kritisierten das Unternehmen kürzlich auf einer Pressekonferenz öffentlich.
Laut Verdi verdient ein Arbeiter im Duisburger Hafen bei einer 40-Stunden-Woche brutto etwa 2.750 Euro. Ein krasser Gegensatz zu tarifgebundenen Seehäfen wie Hamburg oder Bremerhaven, wo Kranführer für nur 35 Stunden rund 5.000 Euro plus Zulagen erhalten. Die Gewerkschaft wirft Duisport vor, Löhne individuell auszuhandeln – mit der Folge ungleicher Bezahlung und fehlender einheitlicher Strukturen.
Verdi befragte über 200 Beschäftigte von Duisport, dessen Tochtergesellschaften und anderen nicht tarifgebundenen Hafenbetrieben. Das Ergebnis: 95 Prozent sprachen sich für einen Flächentarifvertrag aus, auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ war. Gewerkschaftssekretär Sören Brandes forderte einen verbindlichen, hafenweiten Tarifvertrag für den Duisburger Hafen und die Muttergesellschaft Duisport AG.
Die Spannungen zwischen Verdi und dem Betriebsrat von Duisport verschärfen sich. Die Gewerkschaft wirft dem Gremium vor, die Interessen der Arbeiter nicht zu vertreten und Verdi von Sitzungen auszuschließen. Brandes ging noch weiter und bezeichnete den Betriebsrat als "Hofhund der Unternehmensführung". Duisport, zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln des Landes Nordrhein-Westfalen, hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert.
Der Streit offenbart die Kluft zwischen den Löhnen bei Duisport und denen in tarifgebundenen Häfen. Die Beschäftigten fordern einheitliche Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen, während Verdi auf formelle Tarifverhandlungen drängt. Das Ergebnis könnte Hunderten Mitarbeitern im Hafen und seinen Tochterfirmen zugutekommen – oder sie weiter benachteiligen.






