Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Elsa SteyThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupps Stahlwerk in Duisburg durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Das Unternehmen ersetzt seine Hochöfen durch eine Anlage zur direkten Reduktion von Eisenerz auf Wasserstoffbasis. Mit diesem Projekt soll der CO₂-Ausstoß der deutschen Stahlindustrie deutlich gesenkt werden.
Auf dem riesigen Gelände, das fast 40 Fußballfelder umfasst, haben die Bauarbeiten bereits begonnen. Die Erdarbeiten starteten Mitte 2024, und inzwischen sind Fundamente sowie Zufahrtsstraßen angelegt. Die Anlage wird über 60 Bauwerke und Einrichtungen umfassen.
Die neue Direktreduktionsanlage (DRI) setzt auf die Midrex-Flex-Technologie, die den Betrieb mit einer Mischung aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Sobald sie voll läuft, wird sie jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes heißbrikettiertes Eisen (HBI) produzieren. Bei voller Kapazität benötigt die Anlage rund 143.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr – das entspricht 5,6 Terrawattstunden.
Bund und Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit 2 Milliarden Euro. Ab 2028 soll die Anlage schrittweise auf Wasserstoff umstellen, die vollständige Wasserstoffnutzung ist für 2029 geplant.
Durch die neue Anlage könnten die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr sinken – das entspricht etwa einem Fünftel der aktuellen Gesamtemissionen der deutschen Stahlbranche. Der Sektor ist für rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich.






