Willich streicht Geschwisterrabatte: Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Sergio KarzWillich streicht Geschwisterrabatte: Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
In Willich gibt es neue Kontroversen um die Kinderbetreuungskosten, da die Stadt plant, Geschwisterrabatte abzuschaffen und die Gebühren zu erhöhen. Die vorgeschlagenen Änderungen haben bei Eltern Wut ausgelöst – manche bezeichnen die Pläne als ungerecht. Lokale Verantwortliche betonen jedoch, dass die Maßnahmen notwendig seien, um die Haushaltslage zu entlasten.
Auslöser der Debatte war ein Vorschlag der CDU, die Elternbeiträge zu überprüfen, darunter auch neue Gebühren für Geschwisterkinder. Bisher erhalten Familien in Willich bei mehreren Kindern Rabatte, während benachbarte Kommunen wie Nettetal und Kempen bereits 50 Prozent der Regelgebühr für Geschwister erheben. Die Stadt erhofft sich durch die Streichung dieser Ermäßigungen Mehreinnahmen von 500.000 Euro und weitere 100.000 Euro, indem die Gebührenerhöhungen auf drei Prozent gedeckelt werden.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung nun beauftragt, die Elternbeitragsregelungen bis zum 28. April zu überarbeiten. Doch der Widerstand wächst: Der Jugend- und Ausländerbeirat Eltern und Betreuer (JAEB) lehnt die Pläne ab und argumentiert, sie würden Familien zusätzlich belasten. Die Anratherin Marlene Mendes kritisierte die Vorhaben als ungerecht.
Eltern in Willich hatten bereits mit Problemen wie Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen zu kämpfen. Die SPD-Fraktion stellt sich hinter die Familien und schlägt stattdessen Einsparungen von 115.000 Euro im Haushalt 2026 vor – ohne die Kinderbetreuungsgebühren anzugreifen. Trotz laufender Diskussionen gab es bisher jedoch keine nennenswerten Verbesserungen.
Die angespannte Haushaltslage zwingt die Stadt, nach neuen Einnahmequellen zu suchen, doch die geplanten Änderungen bei den Kita-Gebühren bleiben umstritten. Sollten die Anpassungen beschlossen werden, träten sie im kommenden Haushaltsjahr in Kraft. Familien und Interessenverbände wehren sich weiterhin gegen die Pläne.






