Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Hans-Werner RöhrichtWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Willich treibt die Pläne für den Bau von 200 neuen Wohnungen auf einem 2,9 Hektar großen Gelände namens Moltkedorf voran. Das Projekt soll die drängende Wohnungsnot in der Stadt lindern. Doch Anwohner erheben massive Vorbehalte gegen Umfang und Gestaltung der Bebauung.
Das Areal, das einst als Flüchtlingsunterkunft diente, war zuvor als Freifläche und Erholungszone ausgewiesen. Nun plant die Stadt, die Unterkunft bis Ende des Jahres zu schließen und das Gelände für Wohnzwecke umzunutzen.
Der erste Entwurf, der dem Planungsausschuss vorgelegt wurde, sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und mehrgeschossigen Wohnblocks vor. Der Zugang zum Gelände soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahn-Kreislaufsystem alle Wohneinheiten verbindet. Zudem sollen Rad- und Fußwege die Kruse Straße mit An Liffersmühle verbinden.
Anwohner haben eine gemeinsame Stellungnahme gegen das Vorhaben verfasst und bereits über 70 Unterschriften gesammelt. Ihre Hauptbedenken gelten dem erhöhten Verkehrsaufkommen, der unzureichenden Infrastruktur und dem Verlust von Grünflächen. Viele fürchten, dass die geplanten viergeschossigen Gebäude an ihre Kleingärten grenzen und so Privatsphäre beeinträchtigen sowie bestehende Häuser beschatten.
Auch ökologische Aspekte werden kritisiert: Der Grünstreifen entlang der Moltkestraße 31–35 dient als Lebensraum für Tiere und natürliche Barriere. Die Anwohner betonen, dass Grünflächen die Luftqualität verbessern, Regenwasser aufnehmen und die Artenvielfalt fördern – Funktionen, die durch die Bebauung ihrer Meinung nach gefährdet wären. Zwar lehnen sie neuen Wohnraum nicht grundsätzlich ab, doch bemängeln sie die geplante Dichte und Anordnung der Gebäude.
Die städtische Planung setzt auf eine hoffartige Anlage mit gemeinsamen Grünflächen, die ein gesundes Wohnumfeld schaffen sollen. Kritiker halten dagegen, dass die verbleibenden Freiflächen den Verlust nicht ausgleichen könnten. Bisher haben die Anwohner jedoch keine konkreten Alternativvorschläge öffentlich unterbreitet.
Das Projekt Moltkedorf bleibt damit ein Zankapfel zwischen Willichs Wohnungsbedarf und den Sorgen der Anwohner. Die Stadt will nach der Schließung der Flüchtlingsunterkunft noch in diesem Jahr mit der Umsetzung beginnen. Aktuell dreht sich die Debatte darum, wie sich neuer Wohnraum mit dem Erhalt von Grünflächen und Lebensqualität in Einklang bringen lässt.






