17 March 2026, 10:18

Zuckerrüben in der Krise: Warum Landwirte trotz sinkender Preise nicht aufgeben

Nahaufnahme einer Blattwespe auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrüben in der Krise: Warum Landwirte trotz sinkender Preise nicht aufgeben

Zuckerrübenanbau in Deutschland leidet unter sinkenden Preisen, Krankheiten und harter Konkurrenz

Trotz fallender Preise, zunehmender Krankheiten und starker Konkurrenz bleibt die Zuckerrübe für Landwirte wie Marius Feldmann eine wichtige Kulturpflanze. Neue Pflanzenschutzmethoden helfen den Erzeugern nun, ihre Erträge gegen Schädlinge, Unkraut und pilzliche Bedrohungen zu verteidigen.

Zwischen 2023 und 2026 schrumpfte die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland um etwa 15 Prozent – von 38.000 auf 32.500 Hektar. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen (–25 Prozent), Niedersachsen (–20 Prozent) und Bayern (–18 Prozent). Geringe Zuckerpreise und billige zollfreie Importe drückten die Gewinne, sodass viele Landwirte ihre Produktion zurückfuhren.

Hinzu kommen Krankheiten und resistente Unkräuter. Erreger wie Stolbur (SBR), die Cercospora-Blattfleckenkrankheit oder schwer bekämpfbare Beikräuter können die Erträge deutlich mindern, wenn sie nicht eingedämmt werden. Notfallzulassungen für bestimmte Wirkstoffe brachten zwar vorübergehende Entlastung, doch langfristige Lösungen sind nötig. Seit 2026 sind Mittel wie Badge WG, Coprantol Duo und Recudo vollständig gegen Cercospora zugelassen und geben den Landwirten zuverlässigere Werkzeuge an die Hand.

Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG erprobt Betriebsleiter Marius Feldmann neue Ansätze zum Schutz seiner Ernte. In einem 2025 durchgeführten Versuch auf 44 Hektar setzte er Rinpode, ein niedrigdosiertes Herbizid, gegen Hirsearten und andere hartnäckige Unkräuter ein. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Behandlung nicht nur Unkraut unterdrückt, sondern auch den Rübenertrag und den Zuckergehalt steigern könnte. Zusammen mit Fungiziden und Biostimulanzien helfen solche Innovationen den Erzeugern, ihre Produktion zu stabilisieren.

Ohne wirksamen Pflanzenschutz könnte der Zuckerrübenanbau für viele Betrieben unwirtschaftlich werden. Ein weiterer Rückgang der Anbauflächen würde die heimische Zuckerversorgung und die regionale Ernährungssicherheit gefährden. Derzeit halten neue Schutzmethoden die Branche über Wasser – doch für langfristige Stabilität sind eine Erholung der Märkte und nachhaltige Lösungen entscheidend.

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