23-Millionen-Neubau für Ibbenbürens Hauptschule trotz sinkender Schülerzahlen
Sergio Karz23-Millionen-Neubau für Ibbenbürens Hauptschule trotz sinkender Schülerzahlen
Ibbenbüren bekommt bis 2030 ein neues Gebäude für die Gemeinschafts-Hauptschule – für 23 Millionen Euro
Bis zum Jahr 2030 erhält die Gemeinschafts-Hauptschule in Ibbenbüren einen Neubau im Wert von 23 Millionen Euro. Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der die Schule mit stark rückläufigen Schülerzahlen zu kämpfen hat: Für das Schuljahr 2025/2026 sind bisher nur fünf Kinder angemeldet. Immer mehr Eltern aus der Region bevorzugen stattdessen Gymnasien, sodass die Hauptschule zunehmend Schwierigkeiten hat, Schülerinnen und Schüler zu gewinnen.
Aktuell besucht eine kleine, aber heterogene Schülerschaft die Einrichtung. Zu ihr gehören Kinder von Geflüchteten, Schülerinnen und Schüler, die von anderen Schulen gewechselt sind, sowie Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Trotz der Herausforderungen trägt die Schule den Titel einer "inklusiven Lernschule" und verfügt über ein Qualitätssiegel – auch wenn Prüfer in der Vergangenheit Schwächen bei der Störungsbewältigung und der individuellen Anpassung des Unterrichts feststellten.
Das neue Gebäude ersetzt zwei veraltete Teilstandorte der Gemeinschafts-Hauptschule. Nach langen Debatten über Bildungsgerechtigkeit und die Zukunft des Schulsystems sprachen sich die lokalen Politiker – mit Ausnahme einer oppositionellen Partei – für das Projekt aus. In der etwa 50.000 Einwohner zählenden Stadt Ibbenbüren gibt es bereits zwei Gymnasien (ein staatliches und ein katholisches), eine Realschule sowie eine Gesamtschule, die jedoch auf maximal vier Klassen pro Jahrgangsstufe begrenzt ist.
Viele Eltern entscheiden sich mittlerweile nicht nur aus akademischen Gründen für ein Gymnasium, sondern auch wegen vermeintlicher sozialer Vorteile. Dieser Trend hat die Hauptschule in eine schwierige Lage gebracht, auch wenn sporadische Nachmeldungen die Schülerzahlen gelegentlich leicht erhöhen. Maria Frank, eine ortsansässige Lehrerin mit Hintergrund in Kunstpädagogik und Buchhandelserfahrung, steht exemplarisch für die Pädagoginnen und Pädagogen, die sich weiterhin dem Bildungsauftrag der Schule verpflichtet fühlen.
Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Jahren beginnen, die Fertigstellung ist für 2030 geplant. Die Investition von 23 Millionen Euro unterstreicht das langfristige Bekenntnis zur Schule – auch wenn weiterhin diskutiert wird, ob Hauptschulen noch in das moderne Bildungssystem passen.
Der Neubau wird den verbleibenden Schülerinnen und Schülern moderne Räumlichkeiten bieten. Bis dahin bleibt die Einrichtung eine Anlaufstelle für diejenigen, die alternative oder spezifische Bildungswege benötigen. Das Projekt geht voran, obwohl weiterhin Fragen zur Rolle der Hauptschulen in einer Stadt offen sind, in der sich die Mehrheit der Familien für andere Schulformen entscheidet.






