Albaniens umstrittenes Milliardenprojekt: Luxusressort bedroht Europas letzten Wildfluss
Sergio KarzAlbaniens umstrittenes Milliardenprojekt: Luxusressort bedroht Europas letzten Wildfluss
Albanien, ein kleiner Balkanstaat an der Adria, gerät wegen seiner politischen und umweltpolitischen Entscheidungen zunehmend in die Kritik. Das mehrheitlich muslimische, aber säkulare Land ist seit 2009 NATO-Mitglied und seit 2014 EU-Beitrittskandidat – doch Sorgen über Korruption und eine schwache Rechtsstaatlichkeit bestehen weiter.
Tausende Mitglieder der Muǧahidīn-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, sind aus dem Irak nach Albanien umgesiedelt. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die MEK öffentlich und nutzt ihre Präsenz als politisches Druckmittel gegen Teheran.
Unterdessen plant Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, auf einer geschützten Insel im Vjosa-Narta-Delta ein Milliardenprojekt: ein Luxusressort. Das Gebiet, Europas erster Wild River Nationalpark, beherbergt seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Kushners Firma Affinity Partners erhielt von der albanischen Regierung den Status eines „strategischen Investors“ – und darf damit Umweltprüfungen umgehen.
Das Vorhaben löst öffentlichen Widerstand aus. Bei der sogenannten „Flamingo-Revolution“ gehen Demonstranten mit rosa Flamingo-Ausschnitten auf die Straße, um gegen den Bau zu protestieren.
Die EU kritisiert seit Langem Albaniens Probleme mit Korruption und Rechtsstaatlichkeit. Kushners Investmentfirma will die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten stärken, doch das Resort-Projekt zeigt die Spannungen zwischen Entwicklung und Naturschutz auf. Die beschleunigte Genehmigung durch die Regierung stößt bei Umweltschützern auf scharfe Kritik.






