Algenfasern statt Baumwolle: Wie Algacore die Textilindustrie revolutionieren will
Sergio KarzAlgenfasern statt Baumwolle: Wie Algacore die Textilindustrie revolutionieren will
Die Textilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Während die Nachfrage nach Naturfasern steigt, wachsen gleichzeitig die Bedenken gegenüber synthetischen Materialien. Ein neues Projekt namens Algacore geht diese Herausforderung an, indem es eine innovative Faser aus Süßwasseralgen entwickelt. Die Initiative will eine nachhaltige Alternative zu Baumwolle und synthetischen Stoffen bieten.
Die Baumwollproduktion verbraucht große Mengen Wasser, Ackerland und Pestizide. Synthetische Fasern hingegen stammen aus nicht erneuerbaren Quellen und setzen schädliche Mikroplastikpartikel frei. Algacore setzt hier an und nutzt spezielle Grünalgen als Rohstoff für die Textilherstellung.
Das Projekt knüpft an frühere Forschungen der AlgaTex-Initiative an, die fadenförmige Grünalgen als mögliche Faserquelle untersuchte. Nun will Algacore beweisen, dass erneuerbare und umweltfreundliche Materialien auch industriell rentabel sein können. Unter der Leitung von Leon Blanckart hat das Team rund 968.000 Euro an Fördergeldern über das EXIST-Forschungstransfer-Programm eingeworben, das vielversprechende Ausgründungen aus Hochschulen unterstützt.
In den kommenden 18 Monaten wird die Gruppe ihre Forschung ausbauen und die Gründung eines Start-ups vorbereiten. Ziel ist es, eine echte Alternative zu bestehenden Fasern zu schaffen und so die Umweltbelastung der Textilproduktion zu verringern.
Mit fast einer Million Euro im Rücken kann Algacore seine Arbeit an algenbasierten Fasern vorantreiben. Gelingt das Vorhaben, könnte es die Grundlage für eine nachhaltigere Textilindustrie legen – und den Weg für eine neue Generation umweltbewusster Stoffe ebnen.






