Altersarmut in Deutschland: Warum Millionen trotz Arbeit im Ruhestand kämpfen werden
Elsa SteyAltersarmut in Deutschland: Warum Millionen trotz Arbeit im Ruhestand kämpfen werden
Einkommensarmut bleibt in Deutschland ein drängendes Problem – Millionen Menschen kämpfen heute und im Ruhestand mit finanziellen Schwierigkeiten. Aktuell leben rund 13 Millionen Menschen – das entspricht 15,5 Prozent der Bevölkerung – unter der Armutsgrenze. Selbst viele Vollzeitbeschäftigte verdienen so wenig, dass ihre spätere Rente kaum ausreichen wird, um den Grundbedarf zu decken.
Ein beträchtlicher Teil der Erwerbstätigen ist gefährdet, im Alter in Armut abzurutschen. Etwa 9,2 Millionen Vollzeitkräfte verdienen weniger als 3.500 Euro monatlich, 4,6 Millionen kommen sogar mit unter 2.750 Euro aus. Diese Einkommenshöhen führen oft zu unzureichenden gesetzlichen Renten, die derzeit nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens für Über-65-Jährige ersetzen.
Besonders betroffen sind bestimmte Gruppen: Alleinerziehende, Single-Haushalte und Menschen ab 65 Jahren tragen das höchste Armutsrisiko. Frauen erhalten im Schnitt 31,4 Prozent niedrigere Renten als Männer, was die finanzielle Kluft weiter vertieft. Auch regionale Unterschiede spielen eine Rolle – in Ostdeutschland ist der Anteil der Geringverdiener höher als im Westen.
Experten betonen, wie wichtig private Altersvorsorge ist, um die Lücken durch schrumpfende staatliche Leistungen zu schließen. Als Unterstützung steht nun ein kostenloser Rentenratgeber zur Verfügung, der Tipps gibt, wie Ansprüch optimiert und teure Fehler vermieden werden können. Ab 2026 erhalten Rentner zudem mehr Spielraum für Nebeneinkünfte, da die Grenze für Minijobs angehoben wird.
Trotz dieser Maßnahmen liefern aktuelle Studien kaum Klarheit darüber, wie sich die Altersarmut seit 2020 entwickelt hat. Die meisten Untersuchungen konzentrieren sich stattdessen auf soziale Isolation, Einsamkeit und Spendenbereitschaft älterer Menschen – nicht auf Armutstrends.
Da die gesetzliche Rente immer weniger abdeckt, werden private Ersparnisse und Zusatzeinkünfte für die finanzielle Absicherung im Alter unverzichtbar. Die geplante Anhebung der Minijob-Grenze könnte etwas Entlastung bringen, doch ohne weitere Unterstützung bleibt für Millionen das Armutsrisiko bestehen. Bis dahin sollen kostenlose Angebote wie der Rentenratgeber helfen, die vorhandenen Ansprüche bestmöglich zu nutzen.






