Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr Apotheken vor dem Aus stehen
Der Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen für lokale Apotheken zu sprechen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen wirtschaftliche Schwierigkeiten, Apothekensterben und die Notwendigkeit fairer Vergütungsregelungen in der Branche.
Lohmann wies auf die Gefährdung der Patientenversorgung hin, da in Nordrhein-Westfalen immer mehr Apotheken schließen – allein seit 2010 fast 1.200.
Bei dem Treffen wurden mehrere zentrale Herausforderungen thematisiert, vor denen Apotheken heute stehen. Lohmann betonte, dass der Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente für das Überleben seiner eigenen Apotheke entscheidend sei. Zudem verwies er auf die wachsende Kluft zwischen den Rabatten von Versandapotheken und der seit Jahren unveränderten Festzuschlag für die Abgabe von Medikamenten.
Schrumpf, der als Landespolitiker nur begrenzten Einfluss hat, versprach, die Anliegen an Bundeskollegen weiterzuleiten. Er unterstützte die für den 23. März geplanten Proteste und bezeichnete sie als notwendig, um auf die ausbleibenden Anpassungen der Vergütungssätze aufmerksam zu machen. Beide waren sich einig, dass das öffentliche Bewusstsein für die finanzielle Notlage des Sektors gestärkt werden müsse.
Offizielle Zahlen belegen zwar keinen direkten Zusammenhang zwischen den jüngsten Diskussionen über Gebührenanpassungen und konkreten Apotheken-Schließungen in Essen. Doch landesweite Daten zeigen einen deutlichen Anstieg von Orten mit nur noch einer einzigen Apotheke – ein Plus von fast 80 Prozent im letzten Jahrzehnt. Besonders betroffen sind ländliche und wirtschaftsschwache Regionen, doch wie Lohmann betonte, bleiben auch städtische Gebiete nicht verschont. Allein 2025 schlossen in der Region 97 Apotheken ihre Türen.
Neben den Gebühren ging es im Gespräch auch um die Notfallversorgung und die weiteren Folgen der Schließungen für den Zugang der Patienten zu medizinischer Versorgung. Lohmann argumentierte, dass eine fairere Vergütung dazu beitragen würde, die lokale Versorgung zu stabilisieren und die Löhne des Apothekenpersonals zu verbessern, das unter steigender Arbeitsbelastung leidet, da immer weniger Apotheken übrig bleiben.
Das Treffen endete mit der gemeinsamen Erkenntnis, dass große Herausforderungen bevorstehen. Schrumpfs Zusage, das Thema auf Bundesebene voranzubringen, gibt Apothekenbesitzern wie Lohmann etwas Hoffnung. Gleichzeitig sollen die geplanten Proteste konkrete Veränderungen erzwingen, bevor weitere Schließungen den Zugang zu essenziellen Dienstleistungen weiter einschränken.
Ohne Anpassungen der Vergütungssätze wird sich der Trend des Apothekensterbens voraussichtlich fortsetzen – insbesondere in unterversorgten Gebieten, wo Alternativen kaum vorhanden sind.