16 March 2026, 06:19

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und Transparenz

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der Katholischen Kirche beschreibt, einschließlich Bildern von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und Transparenz

Das Erzbistum Paderborn steht unter wachsendem Druck, den Missbrauchsskandal in seinen Reihen offener aufzuarbeiten. Rund 200 Katholiken versammelten sich diese Woche in Dortmund, um Rechenschaftsforderung und Unterstützung für die Betroffenen einzufordern. Die Treffen finden statt, während die Kirche Jahrzehnte des Missbrauchs mit Hunderten von Opfern aufarbeitet.

Zwischen 1941 und 2002 registrierte das Erzbistum 485 Missbrauchsopfer durch über 200 Kleriker. Viele der Überlebenden sind heute hochbetagt, einige über 80 Jahre alt – die Sorge wächst, dass die Zeit für Gerechtigkeit davonläuft. Erzbischof Udo Markus Bentz hat Entschädigungszahlungen zugesagt und erklärt, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer eine finanzielle Wiedergutmachung erhalten hätten.

Beim Treffen in Dortmund forderte der Betroffene Michael Heltner angemessene finanzielle Unterstützung und psychologische Betreuung für die Geschädigten. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, das Erzbistum solle ein Prozent seines Vermögens für Reparationen und Renten bereitstellen. Die Gläubigen regten zudem einen eigenen "Sonntag der Besinnung" vor oder nach dem 18. November an, um den Missbrauch öffentlich zu thematisieren.

Die Kirche hat an den Gräbern der Bischöfe im Paderborner Dom QR-Codes angebracht, über die Besucher Details zu deren Leben – einschließlich früherer Verfehlungen – abrufen können. Weitere Versammlungen sind für die kommenden beiden Tage in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück angesetzt, jeweils um 19 Uhr in großen öffentlichen Räumen. Die Veranstaltung in Schmallenberg findet im städtischen Saalbau statt, die in Rheda-Wiedenbrück im A2 Forum.

Das Erzbistum sieht sich weiterhin mit Forderungen nach mehr Transparenz und schnellerem Handeln konfrontiert. Angesichts Hunderter Opfer und der alternden Überlebenden bleibt der Druck auf finanzielle und emotionale Unterstützung dringend. Bei den anstehenden Treffen mit Erzbischof Bentz dürften diese Anliegen vertieft behandelt werden.

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