04 April 2026, 12:20

ARD und ZDF revolutionieren Nachrichten mit persönlichen Formaten für junge Zuschauer

Alte deutsche Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt.

ARD und ZDF revolutionieren Nachrichten mit persönlichen Formaten für junge Zuschauer

ARD und ZDF setzen auf neue Nachrichtenformate für junge Zielgruppen

Die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF verändern ihre Art der Nachrichtenvermittlung, um jüngere Zuschauer besser zu erreichen. Statt klassischer, "von oben herab" gestalteter Berichterstattung setzen sie zunehmend auf persönliche, emotional geprägte Formate, in denen Reporter im Mittelpunkt stehen. Diese neuen Stile sollen Nachrichten für junge Menschen anschaulicher und glaubwürdiger machen.

Zu den neuen Formaten zählen VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage. Sie setzen auf erzählerische Ich-Perspektiven und rücken damit von den traditionellen journalistischen Prinzipien der Objektivität und Neutralität ab. Zwar spricht dieser Ansatz junge Zuschauer an, doch gerät dabei mitunter das eigentliche Thema in den Hintergrund.

Eine Studie zeigt, dass einige Formate mit tiefgründiger Recherche und einer klaren inhaltlichen Positionierung kämpfen. Zudem gibt es erste Anzeichen dafür, dass junge Zuschauer die übermäßig "ich-bezogene" Berichterstattung langsam überdrüssig werden. Dennoch zeigt sich kein Ende des Trends – Reporter als Geschichtenerzähler sind aus dem öffentlichen Rundfunk nicht mehr wegzudenken.

Ein besonderer Erfolg ist Terra X, das seit 2010 ein enormen Wachstum verzeichnet. Die Abrufe in der Mediathek stiegen von 6,34 Millionen auf über 30 Millionen im Jahr 2023 – ein fünffacher Anstieg. Die YouTube-Kanäle des Formats erreichten 2023 insgesamt 175 Millionen Aufrufe, während die TV-Ausstrahlungen im Schnitt 3,55 Millionen Zuschauer verzeichneten und einen Marktanteil von 14,8 Prozent hielten. Die Neupositionierung von Terra Xplore als Reportageformat 2023 unterstreicht diesen Wandel hin zu ansprechender, hochwertiger Erzählweise.

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Die öffentlichen Sender stehen vor der Herausforderung, Authentizität mit journalistischer Sorgfalt in Einklang zu bringen. Die neuen Formate haben sich zwar als wirksam erwiesen, um junge Zielgruppen zu erreichen, doch hängt ihr langfristiger Erfolg davon ab, ob es gelingt, Geschichten relevant und fundiert zu gestalten. Vorerst bleibt der "Ich-Perspektive"-Ansatz ein zentraler Bestandteil des modernen öffentlichen Rundfunks.

Quelle