Essen führt 2027 den Doppelhaushalt ein – weniger Bürokratie, mehr Transparenz
Hans-Werner RöhrichtEssen führt 2027 den Doppelhaushalt ein – weniger Bürokratie, mehr Transparenz
Essen stellt auf zweijährigen Haushaltsplan für 2027 und 2028 um
Die Stadt Essen führt ab 2027 ein zweijähriges Haushaltssystem ein, um Kosten zu senken, die Planung zu verbessern und den Verwaltungsaufwand zu verringern. Der Schritt erfolgt im Rahmen des Schuldenbefreiungsprogramms von Nordrhein-Westfalen, für das Essen Liquiditätskredite in Höhe von rund 610,7 Millionen Euro aufnimmt.
Der neue Doppelhaushalt wird dem Essener Rat am 16. September 2026 vorgelegt. Die endgültige Beschlussfassung ist für den 18. November 2026 vorgesehen. Künftig müssen alle Ausgaben über 5.000 Euro vorab über das Visaverfahren der Stadtkasse genehmigt werden.
Durch die Umstellung soll mehr Transparenz entstehen, unter anderem durch strengere Berichtsregeln für die kommunalen Finanzen. Gleichzeitig verringert sich der bürokratische Aufwand für Mitarbeiter der Stadtverwaltung und politische Berater. Um die Ausgaben zu kontrollieren, wird Essen freiwillige Leistungen überprüfen und nicht dringende Verwaltungsausgaben verschieben.
Für bestimmte Dienstleistungen gibt es eine Ausnahmeliste, deren Betriebshaushalte um 20 Prozent gekürzt werden. Durch das Schuldenprogramm rechnet die Stadt bis 2026 mit Einsparungen von etwa 11,7 Millionen Euro bei den Zinszahlungen. Der Zweijahresansatz ermöglicht zudem eine klarere Finanzplanung für kreditfinanzierte Projekte im zweiten Jahr.
Essens Wechsel zum Doppelhaushalt steht im Zusammenhang mit der Teilnahme am Landesprogramm zur Schuldenentlastung. Die Reform führt zu strengeren finanziellen Kontrollen, während sie gleichzeitig die administrative Belastung verringert. Die Stadt erwartet dadurch geringere Zinskosten und eine besser planbare Investitionspolitik.






