Großer Führerschein-Betrug: 71 gefälschte Prüfungen vor Gericht in Bielefeld
Sergio KarzGroßer Führerschein-Betrug: 71 gefälschte Prüfungen vor Gericht in Bielefeld
Fünf Personen aus Bielefeld und Werther müssen sich wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem groß angelegten Führerscheinfälschungsring vor Gericht verantworten. Der Gruppe wird vorgeworfen, unter falscher Identität gegen Bezahlung Theorieprüfungen für Dritte abgelegt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gab es mindestens 71 Versuche, von denen 14 vor der Vollendung gestoppt wurden.
Die Betrügerbanden agierte zwischen Februar 2022 und Juli 2025 nach einem systematischen Muster: Für jede Prüfung wählten die Organisatoren einen Doppelgänger aus, der dem eigentlichen Prüfling äußerlich ähnelte. Die Gebühren für die gefälschten Tests lagen zwischen 1.100 und 2.000 Euro pro Fall – insgesamt sollen so etwa 35.000 Euro umgesetzt worden sein.
Aufgedeckt wurde der Schwindel im Zuge anderer Ermittlungen am Landgericht Hannover. Die Behörden rekonstruierten später das volle Ausmaß der Täuschung, die sich als gewerbsmäßiger Betrug darstellte. Ein Angeklagter gilt als mutmaßlicher Drahtzieher des gesamten Netzwerks.
Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld hat kürzlich begonnen und soll bis Ende Mai dauern. Acht Verhandlungstage sind angesetzt, um die Beweislage zu prüfen. Einige der Beschuldigten haben bereits Vorstrafen wegen ähnlicher Delikte, andere stehen in separaten Verfahren unter Untersuchung.
Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Das Urteil wird klären, ob durch die Machenschaften der Gruppe Führerscheine rechtswidrig erworben wurden. Die Entscheidung der Richter wird bis Ende Mai erwartet.






