14 March 2026, 06:43

Günther Jauch kauft Loriots Seegrundstück am Starnberger See – ein Stück Kulturgeschichte

Ein Plakat mit einer Europakarte von 1870, umgeben von Cartoon-Bildern und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Günther Jauch kauft Loriots Seegrundstück am Starnberger See – ein Stück Kulturgeschichte

Günther Jauch hat das Seegrundstück von Vicco von Bülow erworben, dem legendären Komiker, der unter dem Künstlernamen Loriot weltbekannt wurde. Das Anwesen liegt am Ufer des Starnberger Sees – ein Ort, der eng mit dem Leben des Künstlers verbunden war, in seinen Filmen jedoch kaum eine Rolle spielte. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots scharfem Witz, besitzt nun ein Stück deutscher Kulturgeschichte.

Das Haus gehörte einem Mann, dessen beißender Humor die Nachkriegszeit in Deutschland prägte. Der aus einem mecklenburgischen Adelsgeschlecht stammende von Bülow schuf Sketche, Bücher und Filme, die bis heute geliebt werden. Seine Werke – von satirischen Ratgebern bis zu Familienkomödien – hinterließen bleibende Spuren in der Unterhaltungsbranche.

Vicco von Bülow, mit vollem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten Adelsfamilie, deren Wappen einen goldenen Pirol zierte. Unter dem Pseudonym Loriot wurde er in den 1950er-Jahren berühmt, etwa mit Büchern wie "Der unentbehrliche Ratgeber für höfliche Umgangsformen" oder "Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick". Sein trockener, beobachtender Humor machte ihn zu einer Ikone.

Obwohl das Haus am Starnberger See sein privater Rückzugsort war, drehte Loriot dort selten. Viele seiner Produktionen entstanden an anderen Orten. "Pappa ante Portas" (1991) wurde in München gedreht, mit zentralen Szenen an der Ahlbecker Seebrücke auf Usedom und im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin. Der Speisesaal der Familie Lohse aus dem Film ist Fans bis heute vertraut. Auch sein anderer Spielfilm "Ödipussi" (1988) entstand in München, Bayern und Italien. Selbst Sketche wie "Die Jodelschule" (1978) oder "Der Bildermacher" (1980) wurden fernab des Sees in Studios produziert.

Jauchs Kauf reiht sich in seine Bemühungen ein, kulturelle Stätten zu bewahren. Bereits zuvor hatte er die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam unterstützt, einem weiteren Ort von nationaler Bedeutung. Die genauen Gründe für den Erwerb von Loriots Haus bleiben zwar privat, doch seine Bewunderung für das Werk des Komikers ist bekannt.

Loriots Vermächtnis geht über Bücher und Filme hinaus. Seine Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Evelyn Hamann in "Ödipussi" und "Pappa ante Portas" wurde zu Klassikern. Zwar war das Seegrundstück kein Drehort, doch es steht nun symbolisch für seinen Einfluss – und für Jauchs Engagement, dieses Erbe zu schützen.

Der Verkauf sichert Loriots ehemaliges Zuhause einem neuen Besitzer, der sein Werk tief schätzt. Mit Jauch als Eigentümer bleibt die Verbindung des Anwesens zur deutschen Kulturgeschichte gewahrt. Zwar spielte das Haus in Loriots filmischem Schaffen kaum eine Rolle, doch seine Erhaltung ehrt einen Mann, dessen Humor noch Jahrzehnte später nachwirkt.

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