17 June 2026, 19:05

Karenztage: Warum unbezahlte Krankheitstage die Gemüter erhitzen

Gesunde Führung statt Krankschreibung

Karenztage: Warum unbezahlte Krankheitstage die Gemüter erhitzen

In Deutschland nimmt die Debatte über eine Reform des Krankengeldes an Fahrt auf. Der Vorschlag, sogenannte „Karenztage“ – also unbezahlte Krankheitstage – wieder einzuführen, sorgt für heftige Reaktionen bei Politikern, Gesundheitsexperten und der Bevölkerung.

Der FDP-Politiker Carl-Julius Cronenberg brachte kürzlich die Idee ein, ab 2025 bis zu drei unbezahlte Krankheitstage einzuführen. Ziel sei es, kurzfristige Fehlzeiten zu reduzieren, die laut einer 2024-Studie des ZEW Leibniz-Zentrums mit den aktuellen Regelungen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zusammenhängen.

Doch der Widerstand gegen den Plan ist groß. In einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) lehnten zwei Drittel der Befragten Kürzungen bei den Krankengeldleistungen ab. TK-Chef Jens Baas warnte, dass eine Reduzierung des Krankengeldes nur dazu führe, dass Erkrankungen verschleppt und spätere Fehlzeiten länger ausfielen.

Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprach sich gegen die Pläne aus und verwies auf negative Erfahrungen aus der Vergangenheit. Sein Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales setzt stattdessen auf bessere Arbeitsbedingungen und eine vertrauensvolle Unternehmenskultur. Die Personalexpertin Magdalena Rogl unterstützte diese Haltung: Fehlzeiten seien ein komplexes Problem, und Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten sei wichtiger als finanzielle Sanktionen.

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Ohne gesetzliche Grundlage können Unternehmen „Karenztage“ nicht eigenständig einführen. Viele setzen stattdessen auf verbesserte Arbeitsbedingungen und einfühlsame Führung, um die Gesundheit und Bindung der Mitarbeiter zu stärken – statt Leistungen zu kürzen.

Die Diskussion zeigt den Konflikt zwischen Sparmaßnahmen und gesundheitsorientierten Arbeitsplatzpolitiken. Solange es keine gesetzlichen Änderungen gibt, werden Unternehmen weiterhin auf eine bessere Unternehmenskultur setzen, um Fehlzeiten zu verringern. Die Debatte bleibt kontrovers, da politische und wirtschaftliche Standpunkte aufeinandertreffen.

Quelle