Kerb-Fest in Bierstadt: Ein kraftvolles Bekenntnis zur lokalen Tradition und Identität
Elsa SteyKerb-Fest in Bierstadt: Ein kraftvolles Bekenntnis zur lokalen Tradition und Identität
Das Kerb-Fest in Bierstadt, einem Stadtteil von Wiesbaden, ist seit langem ein fester Bestandteil der lokalen Tradition. Was einst als bescheidenes Erntedankfest in der Mitte des 20. Jahrhunderts begann, hat sich zu einem lebendigen Gemeinschaftsfest mit Fahrgeschäften, Bierzelten und einem kulturellen Programm entwickelt. Die diesjährige Veranstaltung auf dem Fichteplatz wurde zu einem kraftvollen Bekenntnis für den Erhalt des einzigartigen Charakters Bierstadts.
Dr. Gerhard Obermayr, Präsident des Wiesbadener Stadtrats und gebürtiger Bierstadter, stand im Mittelpunkt des Fassanstichs. In seiner Rede sprach er herzlich über seine Wurzeln im Stadtteil und verglich Bierstadt mit Orten wie Fehmarn – betonte aber, dass nichts seine Heimat übertreffen könne. Seine Worte unterstrichen, dass der Fichteplatz weit mehr als nur ein Veranstaltungsort sei: ein Symbol für Bierstadts Identität – laut, herzlich, eigenwillig und echt.
In den letzten Jahren gab es starken Widerstand gegen städtische Entwicklungspläne. Seit den 2010er- und 2020er-Jahren wehrten sich Anwohner gegen Versuche, das Fest zu kommerzialisieren oder zu verlegen. Mit Petitionen und Protesten setzten sie sich dafür ein, die Veranstaltung in der lokalen Tradition zu verankern. Gruppen wie die Bierstadt-Mädels, ein Frauenverband, spielten eine zentrale Rolle bei der Organisation von Umzügen und kulturellen Aktivitäten, um das Fest seinen Ursprüngen treu zu halten.
An Obermayrs Seite standen auf der Bühne Dr. Patricia Becher, Leiterin des Stadtamts, der Ortsvorsteher Rainer Volland, Jasmin I. (die Bembel-Fee) und Viktoria I. (die Blumenkönigin von Naurod). Obermayr begrüßte Nachbarn aus den umliegenden Stadtteilen wie Auringen, Kloppenheim und Dotzheim als Freunde und unterstrich damit die verbindende Kraft des Festes. Er erklärte, der Fichteplatz werde kein Spielball der Stadtplanung werden – Bierstadt bleibe sich treu.
Der Fassanstich auf dem Fichteplatz markierte nicht nur den Beginn des Festes, sondern auch ein klares Bekenntnis zu Bierstadts Erbe. Mit starker lokaler Unterstützung und einer deutlichen Haltung gegen Kommerzialisierung bleibt die Veranstaltung ein Fest der Gemeinschaft und Identität. Der Platz, wie Obermayr betonte, wird auch weiterhin als lebendiges Symbol für das stehen, was Bierstadt so besonders macht.






