15 March 2026, 20:28

Krefeld klagt gegen NRW: Streit um Finanzierung der Ganztagsbetreuung eskaliert

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Die Sonderanmeldephase für die Gesundheitsversorgung ist bis zum 15. August verlängert."

Krefeld klagt gegen NRW: Streit um Finanzierung der Ganztagsbetreuung eskaliert

Krefeld schließt sich Klage gegen Land an: Streit um Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder

Krefeld hat sich einer rechtlichen Initiative gegen das Land Nordrhein-Westfalen angeschlossen, mit der die neuen Regelungen zur Ganztagsbetreuung von Grundschülern angefochten werden. Zwar baut die Stadt ihr Betreuungsangebot im Nachmittagsbereich aus, doch sorgen sich die Verantwortlichen um die Finanzierung. Bis zum Stichtag 2026 soll zwar ein flächendeckendes Ganztagsangebot geschaffen werden – doch steigende Kosten und begrenztes Platzangebot erschweren die Umsetzung.

Seit 2018 hat Krefeld die Kapazitäten für die schulische Nachmittagsbetreuung schrittweise ausgebaut. Jährlich kamen 15 neue Gruppen hinzu, sodass sich die Anzahl der Plätze von 3.258 im Jahr 2018 auf voraussichtlich 5.862 im Sommer 2026 erhöhen wird. Damit stieg die Abdeckung der Nachfrage von 41 auf 64 Prozent.

Doch nun steht die Stadt vor einer weiteren Herausforderung: Ab 2026 gilt ein Gesetz, das allen Erstklässlern einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung einräumt. Jahr für Jahr soll dieser Anspruch dann auf die nächste Jahrgangsstufe ausgeweitet werden. Wie der Krefelder Stadtdirektor Markus Schön warnt, tragen die Kommunen jedoch die Hälfte der Betriebskosten – eine erhebliche finanzielle Belastung.

Um die aktuelle Versorgungslücke von 67 Prozent zu verringern, könnte die Stadt die Gruppengrößen um zwei Kinder erhöhen. Schulen, die keine vollständige Verpflegung anbieten können, dürften stattdessen eine Überbrückungsbetreuung bis 14 Uhr einrichten. Parallel unterstützt Krefeld eine Sammelklage mehrerer NRW-Städte, die dem Land vorwerfen, weder ausreichend finanzielle noch organisatorische Unterstützung zu leisten.

Landweit werden in Nordrhein-Westfalen bis zum Schuljahr 2029/30 rund 45.300 zusätzliche Ganztagsplätze benötigt. Der Ausgang des Rechtsstreits bleibt ungewiss – und lässt Städte wie Krefeld in einer schwierigen Lage zurück.

Trotz der rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Land treibt Krefeld den Ausbau der Nachmittagsbetreuung voran. Die Stadt will die Vorgaben bis 2026 erfüllen, warnt jedoch vor anhaltenden finanziellen und logistischen Hürden. Wie die Kommunen den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen bewältigen werden, hängt maßgeblich vom Ergebnis der Klage ab.

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