14 March 2026, 12:19

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis 2022 ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Die Preisverleihung fand am vergangenen Wochenende im Aachener Krönungssaal statt – Jahre nach ihrer Inhaftierung unter dem Regime von Alexander Lukaschenko.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen Lukaschenkos umstrittene Wiederwahl festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie. Ihre Inhaftierung dauerte bis Dezember 2025 an, als sie gemeinsam mit 122 weiteren politischen Gefangenen freigelassen wurde.

Die Freilassung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Lukaschenkos Regierung versuchte, die Spannungen mit dem Westen zu entschärfen. Die USA hatten einige Sanktionen gelockert, während sich Belarus von Russland distanzierte. Dennoch hielt die Repression an: UN-Experten berichteten von erzwungenen Exilen und anhaltender Unterdrückung. Freigelassene Aktivisten wie Kolesnikowa standen unter Druck, das Land zu verlassen.

Nach ihrer Entlassung nahm Deutschland sie auf. Nun soll sie dort politisches Asyl erhalten. Die Karlspreis-Jury lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime. Der seit 1950 verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einheit und demokratische Werte verdient gemacht haben.

Zu den diesjährigen Preisträgern zählt auch Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsident. Die Feier in Aachen markierte einen der seltenen öffentlichen Auftritte Kolesnikowas seit ihrer Freilassung.

In Belarus hält Lukaschenko die Macht weiterhin fest im Griff – von erneuten Protesten wie 2020 ist nichts zu spüren. Stattdessen setzt die Regierung auf Diplomatie und stärkt die Beziehungen zu China, den Taliban und den Vereinten Nationen.

Während Kolesnikowa in Deutschland ihr Leben neu aufbaut, rückt ihr Fall die politischen Gefangenen in Belarus und den breiten Kampf für Demokratie wieder in den Fokus. Lukaschenkos Regime hingegen laviert zwischen begrenzten Zugeständnissen und anhaltender Unterdrückung.

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