Mieter in Münster fürchten explodierende Heizkosten durch umstrittene Wärmepumpen-Verträge der LEG
Sergio KarzMieter in Münster fürchten explodierende Heizkosten durch umstrittene Wärmepumpen-Verträge der LEG
Mieter in Münsters Wohnanlage drohen drastisch höhere Heizkosten nach geplanter Wärmepumpen-Installation durch LEG
Die Wohnungsbaugesellschaft setzt ein umstrittenes Contracting-Modell ein, das die üblichen Kostengrenzen umgeht. Nach einem Bericht des NDR hat LEG seine Modernisierungspläne nun vorläufig gestoppt – wie es weitergeht, bleibt ungewiss.
LEG führt das Wärmepumpen-Contracting für einzelne Wohnungen ein, ein Vorgehen, das von Mietervereinen scharf kritisiert wird. Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen wirft dem Unternehmen vor, die Kosten unfair auf die Mieter abzuwälzen. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) dürfen Vermieter Modernisierungskosten normalerweise nur bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter umlegen – bei Contracting-Verträgen greift diese Obergrenze jedoch nicht.
Das neue System sieht eine monatliche Grundgebühr von 140 Euro vor, noch bevor überhaupt geheizt wird. Damit liegen die Kosten von LEG bei 1,80 Euro pro Quadratmeter – deutlich über der gesetzlichen Grenze. Mieterin Ines Rodriguez muss künftig 2.486 Euro jährlich für die Heizung zahlen, 806 Euro mehr als mit ihrer bisherigen Gas-Etagenheizung.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt Contracting zwar als legitimes Modell, betont aber, dass alle Kostenbestandteile transparent und fair sein müssten. Zudem könnten Vermieter eigene Tochterfirmen für Wärmepumpen-Dienstleistungen gründen und so Ausschreibungen umgehen – mit potenziellen Gewinnchancen für das Mutterunternehmen. In vielen Mietwohnungen sollen in naher Zukunft Gasheizungen durch dezentrale Wärmepumpen ersetzt werden.
Nach medialer Kritik hat LEG die Modernisierungsarbeiten in Münster vorerst eingestellt. Sollten ähnliche Contracting-Modelle bundesweit Anwendung finden, könnten Mieter mit deutlichen Kostensteigerungen konfrontiert werden. Der Mieterverein rät betroffenen Haushalten, sich zu wehren, falls individuelle Contracting-Verträge zu ungerechtfertigten Preiserhöhungen führen.






