Norbert Himmler bleibt trotz Quotenflaute und Reformdruck ZDF-Intendant
Elsa SteyNorbert Himmler bleibt trotz Quotenflaute und Reformdruck ZDF-Intendant
Norbert Himmler bleibt für eine weitere Amtszeit Intendant des ZDF, nachdem der Rundfunkrat seine Wiederbestellung am Freitag bestätigt hat. Seine Führung stieß auf keinen ernsthaften Widerstand, obwohl die Diskussionen über die Ausrichtung des Senders und jüngste Kontroversen anhalten.
Der 53-Jährige, in Mainz geboren und aufgewachsen, hat fast seine gesamte Karriere beim ZDF verbracht – vom studentischen Mitarbeiter bis an die Spitze.
Himmler begann 1998 als Volontär beim ZDF, nachdem er dort bereits als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter gearbeitet hatte. Im Laufe der Jahre übernahm er zentrale Positionen: Assistent des Chefredakteurs, Leiter der Programmplanung und später Leiter der Fiction-Abteilung. 2011 wurde er Direktor von ZDFneo, dem digital ausgerichteten Ableger des Senders.
2014 sorgte er als Programmdirektor für Schlagzeilen, als er Wetten, dass..?, die langjährige Primetime-Unterhaltungsshow, absetzte. Doch sieben Jahre später holte er sie zurück – zunächst 2021 als Programmdirektor, dann ab 2022 als Intendant. Die Neuauflage verlief jedoch enttäuschend: Die Zuschauerzahlen sanken von 4–5 Millionen pro Folge im Jahr 2021 auf unter 2 Millionen bis 2025, mit einem Tiefstand von 1,6 Millionen bei der Dezember-Ausgabe 2025, moderiert von Thomas Gottschalk in Offenburg. Kritiker bemängeln ein veraltetes Format, Konkurrenz durch Streamingdienste und das Scheitern, jüngere Zielgruppen zu erreichen.
Trotz dieser Herausforderungen – und früherer Skandale wie dem um KI-generierte Bilder – blieb Himmlers Wiederbestellung unangefochten. Sein Jahresgehalt als Intendant beträgt 372.000 Euro. Unter seiner Führung hat das ZDF Reformen vorangetrieben, doch traditionelle Formate prägen nach wie vor das Programm.
Die Entscheidung des Rundfunkrats sichert Himmler die weitere Gestaltung der ZDF-Zukunft. Der Niedergang von Wetten, dass..? spiegelt den Wandel der Sehgewohnheiten wider, doch das Kerngeschäft des Senders bleibt weitgehend unverändert. In seiner nächsten Amtszeit wird es voraussichtlich darum gehen, bewährte Inhalte mit den Anforderungen einer sich verändernden Medienlandschaft in Einklang zu bringen.