18 June 2026, 12:20

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Märchen 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

„Ringel, Ringel, Reihe“ – ein Kinderreim ohne Pest-Bezug?

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Der Kinderreim „Ringel, Ringel, Reihe“ (im Englischen „Ring Around the Rosie“) wird seit langem mit der Beulenpest in Verbindung gebracht. Viele glauben, die Zeilen beschreibeten Symptome, angebliche Heilmittel und Bestattungen während des Ausbruchs von 1665. Doch Historiker halten diese Deutung für unwahrscheinlich.

Erstmals schriftlich belegt wurde der Reim 1881 auf Englisch. Seine Wurzeln lassen sich vermutlich bis ins Deutschland des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen – als einfaches Sing- und Bewegungsspiel für Kinder. Im Laufe der Zeit verbreitete er sich, entwickelte sich weiter und existiert heute in zahlreichen Varianten, mal heiter, mal düsterer im Ton.

Die Idee, der Reim beziehe sich auf die Pest, tauchte erst 1961 auf – Jahrzehnte nach seiner ersten Veröffentlichung. Manche deuten „rosie“ als Anspielung auf die pesttypischen Hautausschläge und „posies“ (Blumensträuße) als Schutzmaßnahme gegen die Krankheit. Andere sehen in „Ashes! Ashes!“ einen Verweis auf die Verbrennung von Leichen. Doch es gibt keine belastbaren Belege, die den Reim mit der „Großen Pest von London“ 1665 oder einem anderen Ausbruch verbinden.

Forscher gehen stattdessen von einer weitaus profaneren Erklärung aus: Wahrscheinlich handelte es sich schlicht um ein verspieltes Kinderlied – ohne verborgene Bedeutung. Trotz des weitverbreiteten Mythos bleibt der Pest-Bezug unbelegt. Die vielen unterschiedlichen Versionen und die späte historische Verknüpfung mit der Seuche sprechen dafür, dass der Reim von Anfang an harmlose Unterhaltung war. Das Fehlen früher Pest-Referenzen schwächt die düstere Deutung zusätzlich.

Quelle