19 April 2026, 18:21

Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb verliert QS-Zertifikat nach Tierschutzverstößen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Geschichten vom Hof" und einer Illustration eines Schweins und einer Schweinchenbank, umgeben von Tier-, Vogel-, Kreisdiagramm- und Textbildern auf einem weißen Hintergrund.

Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb verliert QS-Zertifikat nach Tierschutzverstößen

Ein Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis, Nordrhein-Westfalen, hat nach gravierenden Verstößen gegen den Tierschutz seine QS-Qualitätssicherung-Zertifizierung verloren. Verdeckt aufgenommene Videoaufnahmen zeigten tote Ferkel, verletzte Tiere sowie erschreckende hygienische Missstände auf dem Gelände.

Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte die Missstände zunächst in einem auf Instagram veröffentlichten Video aufgedeckt, das mittlerweile über eine halbe Million Mal aufgerufen wurde. Die Aufnahmen dokumentierten verwahrloste Schweine, verrottende Kadaver und baufällige Stallanlagen. Nach der Veröffentlichung führte die örtliche Veterinärbehörde eine Kontrolle durch und bestätigte schwerwiegende Verstöße gegen Tierschutz- und Hygienevorschriften.

Der Betreiber des Betriebs, der zugleich als Geschäftsführer des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes fungiert, muss sich nun wegen des Verdachts auf Straftaten verantworten. Aninova kritisierte seine öffentliche Rolle als Agrarlobbyist als heuchlerisch angesichts der Zustände auf seinem eigenen Hof. Der Verband distanzierte sich unterdessen von dem Fall und betonte, keine Kenntnis von den Vorgängen auf dem Betrieb gehabt zu haben.

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QS entzog dem Hof umgehend die Zertifizierung und setzte den für die vorherigen Kontrollen zuständigen Prüfer ab. Bei der Überprüfung seiner Berichte wurden Unstimmigkeiten festgestellt, woraufhin er von allen künftigen QS-Bewertungen in der Tierhaltung ausgeschlossen wurde. Zudem bestätigten die Behörden, dass der Betrieb bereits bei früheren Kontrollen durchgefallen war.

Die Zertifizierung bleibt entzogen, und dem Betreiber drohen rechtliche Konsequenzen. QS hat die Aufsicht verschärft, indem der beteiligte Prüfer gesperrt wurde. Der Fall wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Durchsetzung von Tierschutzbestimmungen auf. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle